Domenico Clerico Barolo Ciabot Mentin Ginestra 2006

Man gönnt sich ja sonst nichts! Das ist auf jeden Fall Kindermord vom Feinsten! Der C.M.G. ist ein mächtig dicker Geselle, der ordentlich mit feinstem (kleinen) Holzfaß verwöhnt wurde. Dabei läßt er in seiner Jugendlichkeit entspannt die Muskeln spielen, ohne wirklich alles zu zeigen. Das was er uns vergönnte, hat uns aber schon ziemlich umgehauen. Bei diesem Wein braucht man über Modernität und Tradition nicht weiter zu diskutieren, denn er ist eine Klasse für sich.

Tiefdunkles Karminrot mit violetten Reflexen im Glas.

In der Nase anfangs noch leichte laktische Noten (sagt Alex), dann tiefe dunkle Frucht, Teer, Gummi und eine helle ätherische Duftigkeit (Eukalyptus). Dabei immer mehr oder weniger reduktiv jedoch grundsätzlich verhalten. Selten zeigt er seine ganze Tiefe, aber diese scheint beachtlich!

Im Mund hochkonzentriert. Dunkle, eingekochte  Früchte begleitet von präsenter aber reifer und feiner Säure. Massives feinkörniges Tannin (Bitterschokolade). Viel Spannung, jugendlich unharmonisch. Ewige Länge.

Ein Wein für lange Reife. Man kann ihn nach langer Belüftung sicher jetzt schon trinken, aber man wird sich danach immer fragen, wie er in 5-10 Jahren schmeckt. Wahrscheinlich hält er noch viel länger.

Ein Muß für Nebbiolo-Fans. Modern und groß.

ca. 50-60€

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4 Antworten auf Domenico Clerico Barolo Ciabot Mentin Ginestra 2006

  1. ralph sagt:

    Hallo Marco,

    danke für Deine interessanten Zeilen!
    Sobald es ein wenig kühler wird, werde ich den Monprivato mal probieren. Ich habe sechs Flaschen, da kann ich eine riskieren, denke ich…

    Grüße aus Bayern
    Ralph

  2. marco sagt:

    Hallo Ralph,

    den Monprivato 2004 kenne ich leider nicht.
    2004 war bei den jungen Weinen allgemein ein exzellenter, kompakter und muskulöser Jahrgang für Barolo.
    Ich würde sagen, entweder jetzt aufreissen und trinken, weil er noch in einer frühen Trinkphase sein sollte und sicher Spaß macht. Wenn Du Pech hast musst Du ihn halt lange belüften. Oder Du läßt ihn noch mindestens 3-4 Jahre liegen, denn ich vermute das er sich bald verschließen wird.
    Die 2001er Riserva von Cavalotto, die ich vor kurzem verkostet habe war auch über 3 Jahre reduktiv und taucht erst jetzt wieder auf.
    Ich habe noch einen kleinen 1999er Barbaresco im Keller liegen, der war über 4 Jahre verschwunden und ist jetzt richtig reif.
    Die Weine verlieren natürlich ihre Kompaktheit im Laufe der Jahre. Dann kommt irgendwann die nebbioloeigene Säure nach vorne. Da hängt es von der Substanz des Weines ab, ob er da dann noch dagegen halten kann. Ist natürlich auch die Frage, was man mag: Jugendlich kompakt oder durch Reifung aufgefächert, aber nicht mehr so druckvoll. Und ob man das Risiko eingehen möchte, das die Weine sich vielleicht schlecht entwickeln.

    Ich persönlich würde gefühlt noch ein wenig Geduld aufbringen.

    Grüsse
    Marco

  3. ralph sagt:

    Hallo Marco,

    danke für die interessante Verkostungsnotiz über den CMG 2006. Da lass ich dann meine drei Flaschen noch ein Weilchen zu…

    Kennst Du zufällig den Monprivato aus 2004? Den habe ich auch noch im Keller und trau mich nicht so recht dran…

    Grüße Ralph

  4. Pingback: Cavalotto Barolo Riserva Bricco Boschis Vigna San Guiseppe 2001 | betterwine.de

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