Chateau Musar 2000

Im heutigen Libanon haben die Phönizier schon Wein angebaut als im Bordelais bestenfalls einige fellbehangene Wilde durch das Marschland gestolpert sind. Wein – und auch Drogen – von internationalem Rang werden im Libanon im Beqaa-Tal angebaut, und das Aushängeschild ist sicherlich Chateau Musar. Ich gebe zu, mir war der Libanon als Wein-Mekka bis vor kurzem gar kein Begriff so daß ich kürzlich ein paar Flaschen der schon reiferen Jahrgänge 2000 und 2001 in den Keller gelegt habe. Er passte nicht ganz zu den dicken Barolos und alten Bordeaux die wir sonst avisiert hatten, aber eine Flasche mußte einfach mit auf die letzte Probe. Da kam der fellbehangene Wilde in mir einfach durch – Geduld war noch nie meine Stärke.

Kurz nach dem Öffnen eine interessante, eher kühle Cabernet-Nase, sehr verschlossen, etwas Johannisbeere. Nach einiger Zeit an der Luft dann reife, rote Frucht, exotische Gewürze, ein wenig nasse Pappe (aka Grenache). Am Gaumen sehr reif, eingekochte rote Frucht, würzige Aromen, etwas Koriander, relativ langer Abgang mit feinen Tannin. Man merkt, das die Früchte jede Menge Sonne genießen konnten – ich vermute einen relativ hohen Grenacheanteil in der Cuvée. Blind verkostet hätte ich den Wein mit Sicherheit an der südlichen Rhone oder vielleicht noch in Spanien verortet. Der Musar wurde von den Gelegenheitstrinkern, die während der Probe am Tisch gastierten, immer ganz vorne gesehen – was sicher für seine Zugänglichkeit spricht.

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