Clos de l’Oratoire Chateauneuf du Pape 2007

Der allseits geschätzte Wein-Papst Robert Parker hat 2007 einen Ausnahmejahrgang an der südlichen Rhone ausgemacht und ein Füllhorn von Höchstbewertungen über die dortigen Gewächse ausgeschüttet. Man soll ja nicht generalisieren, aber Parker schätzt fruchtige, dicke, konzentrierte und eher vordergründige Weine – sagen wir mal den eher matronenhaften Rebensaft. Aus seiner Feder klingt fein oder filigran immer ein wenig wie eine Beleidigung- nach gewollt,  aber nicht gekonnt. Das ist nicht tragisch, jeder Kritiker hat seine Präferenzen, aber man sollte es wissen und sich danach richten. Wenn also ein Jahrgang besonders hohe Ratings von Parker erhält, verheisst das für meinen Geschmack nicht unbedingt etwas gutes.

Was uns zum 2007er Clos de l’Oratoire führt. Ich mag gelegentlich auch mal einen Chateaufneuf du Pape, und der Clos ist für einen Wein aus dieser Appellation eher leicht und filigran. Ist in der Nase zuerst etwas reduktiv, baut dann im Glas aus. Generöse Süße, Himbeere, Erdbeere, leicht pfeffrige Note. Am Gaumen sehr rund und harmonisch, von eher mittlerer, samtiger Statur, kaum Säure, pflaumig-eingekochte Frucht, im langen Abgang ist das Holz noch präsent und etwas störend.  Der Wein hat 15%, und die Hitze ist immer präsent. Integriert sich am zweiten Tag etwas besser und wirkt vor allem im Abgang harmonischer.

Der Wein ist nicht schlecht, aber ein wenig wie der rheinische Karneval: Heiss, feurig, ein knallbuntes Füllhorn aber ein wenig zu grell geschminkt. 2006 und 2008 sind besser.

Gekauft bei: Supermarkt (Cora) für 16,90 EUR / Trinkfenster: Jetzt – 2013.
Online gefunden ab 24,95, z.B. bei www.weinfinger.de


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