Winzer setzen Zeichen gegen Brückenbau


Am Ostermontag haben sich 85 Winzer zu einem gemeinsamen Foto am Wehlener Moselufer getroffen,um zusammen gegen den Bau des Hochmoselübergangs zu protestieren.

Dabei waren Clemens Busch, Egon Müller, Manfred Prüm und Markus Molitor, um nur Wenige, stellvertretend für Alle, zu nennen.

Auf Einladung des Fotografen und Initiators Andreas Durst hatte ich mich auch an die Mosel begeben, um die Protestaktion zu unterstützen.

Zur Erklärung:

Das sogenannte Projekt B50 neu beinhaltet 25 km Streckenneubau sowie die Errichtung einer 1,7 km langen Hochbrücke zwischen Zeltingen-Rachtig und Ürzig, unter der der Kölner Dom locker Platz hätte, und das mitten durch die Kulturlandschaft des einzigartigen Moseltales.
Nicht, daß der Bau einer häßlichen Riesenbrücke durch die schöne Landschaft schon genug wäre, sind auch die Auswirkungen der zubringenden Höhenstraße auf die einzigartigen Weinberge (z.B. Wehlener Sonnenuhr,Ürziger Würzgarten, Graacher Himmelreich), die weltweiten Ruf genießen, nicht ausreichend untersucht.
Hierfür finden bereits erhebliche Erdbewegungen oberhalb der Weinberge statt.

Zusätzlich erscheint der verkehrstechnische Zugewinn des Mammutprojektes für die Region als auch für den Durchgangsverkehr mehr als fragwürdig zu sein, da es bereits ausreichende Zubringer und schnellere Durchquerungen des Moseltales gibt.

Wann beginnen die Verantwortlichen aus der Politik eigentlich zu verstehen, daß es bei den Protesten gegen den Bau nicht um die vernachlässigbaren Interessen einiger Weniger geht, sondern um die Erhaltung einer einzigartigen Kulturlandschaft, die sonst für immer verloren ist?!

Ich hoffe die neue Rot-Grüne Regierung überdenkt das Ganze noch einmal und zieht nicht mit Scheuklappen durch. Man kann vergangene Fehler auch eingestehen und den Bau endgültig stoppen, auch wenn schon Unmengen an Geld investiert wurden.
Das würde Größe zeigen und beweisen, daß der Erhalt von Natur, Landschaft und Kultur Vorrang hat vor fragwürdigen wirtschaftlichen Interessen.

Schließlich dreht sich alles um die Frage: In welcher Welt wollen wir eigentlich leben?!

Alex fragt sich ergänzend, was wohl in Frankreich los wäre, wenn die Regierung eine mehrspurige Trasse mit monströser Brücke durch die Steilhänge der Côte-Rôtie legen würde? Der pawlowsche Reflex der Politik, ihre Prestigeprojekte immer wieder als alternativlos darzustellen und mit stoischer Unbelehrbarkeit durchzusetzen, droht hier nicht wiedergutzumachenden Schaden anzurichten. Guter Wein ist nicht nur das fertige Produkt, sondern auch Ausdruck seines Terroirs, der Landschaft, ihrer Traditionen und der Menschen, die dort leben und arbeiten. Er ist ein Stück Identität und ein wohlgelittener Botschafter Deutschlands auch im Ausland. Vielleicht sollte sich die Politik darauf besinnen – und das Bauprojekt noch einmal kritisch hinterfragen.”

Das Foto wurde uns dankenswerter Weise von Andreas Durst zur Verfügung gestellt.

Für allgemeine Infos zum Brückenbau:
www.wikipedia.org/wiki/Hochmosel%C3%BCbergang
Infos der Bürgerbewegung gegen das Bauprojekt www.b50neu.de/index2.html

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2 Antworten auf Winzer setzen Zeichen gegen Brückenbau

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