Festival der Bierkulturen 2011

Neben Wein trinke ich ab und an auch mal ein leckeres Bier. Um ehrlich zu sein, habe ich jedoch keine wirkliche Ahnung von der Materie.
Um hier Abhilfe zu schaffen und wegen des  zu erwartenden Genußes,  zog ich mit Freunden los, um zusammen das Festival der Bierkulturen im Bürgerzentrum Köln-Ehrenfeld zu besuchen.

 

 

 

 

 

Organisiert wurde das Ganze nun schon im 2. Jahr von Braumeister Peter Esser, der den Kölnern und allen anderen nichtlokalen Bierliebhabern ja bereits seit längerem in seinem kleinen Brauhaus “Braustelle” auf der Venloer Straße beweist, dass Bierkultur mehr bedeutet als Kölsch oder deutsches Reinheitsgebot.

Um es kurz zu faßen: Die kleine aber feine Veranstaltung hat uns sehr viel Freude und Trinkgenuß bereitet.

In großen Saal und im Bierzelt tummelten sich die Bierinteressierten, um das von den ca. 15 Brauereien und zwei großen Biervertrieben dargebotene Angebot zu genießen.

Außerdem gab es vom Verein der Hobbybrauer vor dem Bürgerzentrum eine kleine Vorführung über die Bierbereitung . Diese präsentierten auch ihr fertiggebrautes Mint 51, ein dunkles malziges Gebräu, dem sie Pfefferminzbonbons zugefügt hatten und das dadurch schokoladig-minzig nach AfterEight schmeckte.

Total spannend fand ich neben den vielfältigen Bieren unterschiedlichster Herkunft auch die sogenannten Lambiks von der Heimbrauerei h.ertie.

Lambiks sind im Prinzip weinartige belgische Biere, die durch Spontanvergärung, ohne Zusatz von Reinzuchthefen, vergoren sind. Diese werden dananch in alten Holzfäßern für ein oder mehrere Jahre gelagert.

Sie haben eine Aromatik, die sehr stark an Apfelwein erinnert.

Uli Kremer alias h.ertie versorgt sich mit diesen zum Teil noch nicht vollständig vergorenen Lambiks in Belgien, um sie dann in seiner Küche im heimischen Duisburg nach eigenen Vorstellungen zu verschneiden und auch mit Bieren anderer Provenienz zu veredeln. Die Individualität seiner heimischen Brauprodukte ist in jedem Fall sehr spannend.

Zum Nachprobieren habe ich zwei Biere und ein Lambik mitgenommen, die mir besonders gut gefallen haben:

Das unter Zusatz von  Buchweizen gebraute Alzeyer Volkerbräu, hatte uns durch seine  nussige, süffige Art begeistert und verfügte über eine geniale Frische, die sich in einer unglaublich intensiven Schaum-bildung und -stabilität widerspiegelte.

Ein wirklicher Monolith der Braukunst ist das gleichnamige dunkle, mit Karamelkandis verstärkte Bräu des Siegburger Brauhauses, das trotz hoher Malzigkeit und spürbarem vanilligen Holzausbau überhaupt nicht klebte, sondern feinwürzig süffig und unglaublich rund daherkam. Sicher ein tolles Getränk zu hochwertiger Bitterschokolade. Auch das mit Zitronenmelisse aromatisierte “Herztrost” von hier mundete uns ausgezeichnet.

Und last but not least das sicherlich spannenste Riecherlebnis des Tages: Das immer noch im Flaschengärungsprozeß befindliche Special Sat B von der h.ertie-brauerei. Das auf der Grundlage zweier Lambiks mit einem hochwertigen dunklem Starkbier vergorene Machwerk, verströmte intensive Aromen von Brennessel, Zeder und Schokolade, um sich im Mund dann in ein säurefrisches, apfelweinähnliches Erfrischungsgetränk zu verwandeln. Dieses hocheigenständige Gebräu werde ich bei einem Abendessen blind als Aperitif kredenzen, mich zurücklehnen und auf Reaktionen warten. Ich werde berichten.

Ihr seht, wir hatten einen sehr lehrreichen Nachmittag ;-).

Um das Erlebte sacken zu lassen, haben wir uns nach der Probe noch in die Helios-Braustelle begeben, wo wir alles bei einem hausgebrauten, sehr leckeren Altbier! Revue passieren ließen.

Mit vielem Dank an Organisatoren und Aussteller. Wir haben das Event sehr genossen! Bis nächstes Jahr!

siehe:

http://www.volkerbraeu.de/

http://www.siegburger-brauhaus.de/

http://www.braustelle.com/

 

 

 

 

 

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