Clos René Pomerol 2008

Manchmal schaffe ich es einfach nicht, an einem gut gefüllten Weinregalen vorbei zu gehen, ohne wenigstens eine Flasche – nur so zum probieren – rauszuziehen. Heute einen 2008er Pomerol, mit der fixen Idee, das der eher kleine Clos René schon zugänglich sein sollte.

War er natürlich nicht, definitiv zu jung, schon aus der Fruchtphase raus und heuer eher verschlossen. Ganz am Anfang Glühwein in der Nase, später überwiegt das Holz, Vanille, ein wenig Pflaume, Kirsche, irgendwann auch mal eine Idee von Schokolade. Schöne Säure, die Frucht sehr reduktiv, Kirsche, rote Beeren, Schoki, Kaffee. Wirkt zunächst frisch, läuft aber in eine Wand aus massivem Tannin, das zwar schon eine erste, samtige Süße aber auch leicht unsaubere Noten im Abgang zeigt. Hier wäre weniger Holz sicher mehr gewesen. Der Wein hat definitiv Potential, wird sich noch harmonisieren und zeigt dann alles – wenn auch nur auf der kleinen Bühne – was man von einem Pomerol erwarten kann. Trotzdem eine verschenkte Gelegenheit, ohne den überzogenen Holzeinsatz hätte man hier einen frischen, klaren und ehrlichen Trinkwein abfüllen können. Sieht man die Preise für große Weine aus dieser Appellation, ist der Clos René mit 18 Euro trotzdem ohne wenn und aber als Schnäppchen zu bezeichnen. Das gilt natürlich doppelt für Biber und alle anderen Holzliebhaber 🙂

Gekauft bei: Supermarkt (Copal/Match)  für 17,90 EUR / Trinkfenster: 2014 bis 2020
Online gefunden ab 23,50 EUR, z.B bei Kölner Weinkeller


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