Domaine Bernard Burgaud Côte-Rôtie 2001

Wer wie ich von der Mosel stammt, hat die Faszination für den Steillagenanbau praktisch schon mit in die Wiege gelegt bekommen. Côte-Rôtie ist somit natürlich immer ein Thema, vor allem, wenn man mit Burgaud einen- im positiven Sinne – Traditionalisten findet, der sich wenig um Parker oder die wechselhafte Mode du Jour kümmert.

Der 2001er Côte-Rôtie ist ein maskuliner, dunkler, brütender Wein. Jede Menge Sediment, müsste eigentlich filtriert werden. Die Nase ist anfangs völlig verschlossen, kommt aber nach gut zwei Stunden langsam aus dem Schneckenhaus hervor. Stallnoten, ganz massiv Oliventapenade, gegrilltes Fleisch, rauchig, etwas Erde – hin und wieder scheint auch etwas dunkelbeerige Syrahfrucht durch. Am Gaumen ist der Wein direkt aus der Flasche unharmonisch, eine Welle aus frischer Säure spült über die ohne Zweifel noch reichlich vorhandene Frucht, schwarze Olive, sonst kaum Sekundäraromen. Im Abgang noch leichtes Tannin, das aber kaum gegen die Säure bestehen kann.

Also kein einfacher Wein, aber ich hatte genug Zeit mitgebracht: Die Nase changiert häufig, mal glaubt man einen Topf mit Oliventapenade vor sich zu haben, ein anderes mal Wildschwein auf einem Holzkohlegrill, tiefdunkle, schwarze Beeren, Röstaromen. Nach gemütlichen 18 Stunden Belüftung überwiegend dunkle Beeren und Mineralik in der Nase. Die Säure ist jetzt besser integriert, aber geht immer noch von vorne bis hinten und fokussiert wie ein Laser durch den Wein.

Macht der Wein jetzt unbedingt Spaß, soll man ihn trinken? Eher nein. Burgand selbst meint auf seiner Homepage, das der 2001er sein lagerfähigster Wein der vergangenen Dekade sei. Bei der Säure kein Wunder, bleibt nur die Frage ob die Frucht das übersteht oder der Wein austrocknet. Das Risiko gehe ich wohl oder übel ein – die restlichen zwei Flaschen verschwinden erstmal in der tiefsten Kellerecke.

Gekauft bei Ebay für 21,00 EUR / Trinkfenster: 2015-2025 (?)
Online leider nicht gefunden, auch keine aktuellen Jahrgänge

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