Domaine Yannick Pelletier Coccigrues St. Chinian 2007

Nachdem Alex sich so begeistert vom 2006er Coccigrues gezeigt hat, habe ich mir anläßlich einer Weinprobe bei der Vincaillerie in Köln eine Flasche des Folgejahrgangs besorgt.

Das Zeug ist auf jeden Fall etwas ganz Besonderes!

Wer noch nie einen Vin naturel probiert hat, der in Weinberg und Keller komplett ohne den Einsatz von irgenwelcher Chemie, Zuchtefen oder Zusatzstoffe auskommt und ungeschwefelt ist, der sollte sich diesen Roten zu Gemüte führen.

Braucht definitiv ordentlich Luft! Ich würde dazu raten ihn mindestens 10 Stunden zu belüften.

Die Nase ist einfach unglaublich “traubig”. Intensive Fruchtaromen von Holunder, Himbeere und Erdbeere. Veilchen, Anis, Lorbeer, Lakritz und schwarzer Pfeffer.

Manchmal auch Oliventapenade. Changiert stark.

Ein Hauch von flüchtiger Säure. Stört mich aber gar nicht. Das ist halt ein Vin naturel, da gehört das gewissermassen zum guten Ton und bei diesem intensiven Wein ist dieser klassische Fehlton definitiv zu vernachlässigen.

Saftig und sehr aromatisch im Geschmack. Wieder Himbeere und Erdbeere. Animierender Säurenerv. Unglaublich nachhaltig und flüssig zugleich.

Ein hedonistischer Freudenspender. Quasi ein Zechwein auf höchstem Niveau.

Wer auf glattgebügelte Harmonieweine steht, wird ihn nicht mögen.

Wer experimentierfreudig ist, muss ihn probieren!

Aber Vorsicht: Das Zeug kann süchtig machen.

Die Cuvée besteht in diesem Jahrgang zu 90% aus Grenache und 10 % Carignan.

jetzt und weitere 3 Jahre (wenn der liebe Gott mitspielt).

Eine wirklich interessante Betrachtung zum Vin Naturel findet Ihr bei Chez-Matze.

Alex, der 2006 und 2007 probiert hat, findet:
So ist das bei den Vins Naturel – da kann und soll jeder Jahrgang die natürliche Entwicklung im Weinberg wiedergeben, was zu einem völlig anderen Wein führen kann. Der aktuelle Jahrgang ist nicht so filigran und vielschichtig wie der 2006er, offenbar ist die Carignan nicht so gut gelungen und die Cuvée besteht somit überwiegend aus Grenache. Der Wein ist anders, aber immer noch außerordentlich: Saftig, fleischige Textur,schöne Frucht, gute Extraktsüße, im Abgang olivig-salzig, gegrilltes Wildbret – wie ein großer nördlicher Rhône-Wein. Ansonsten kann ich mich nur Marco anschließen – muss man probieren.

18,- € bei vins-vivants

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