Château du Cèdre Cahors Rouge 2006

Warum habe ich dieses Weingut eigentlich in den letzten Jahren etwas aus den Augen verloren? Mein letzter Jahrgang war 2000, ein rustikaler, dunkler Cahors mit jede Menge Tannin – die meiste Zeit schroff und abweisend,  aber die vorletzte Flasche zeigte sich Ende 2009 schon zugänglicher und sehr interessant.

Ab dem 2006er Jahrgang heißt das Zeug jetzt nicht mehr Le Prestige, sondern einfach nur Château du Cèdre. Einen neuen, kleineren Einstiegswein gibt es auch, den Cèdre Héritage (um 8,00 EUR), nach oben die beiden Spitzenweine Le Cèdre (unter 30,00 EUR) und Grande Cuveé oder nur GC (ca. 55,00 EUR).

Pascal Verhaeghe führt das Weingut seit Mitte der 90er Jahre nach strengsten Qualitätsmaßstäben, d.h. biologische Arbeit im Weinberg, fast nur alte Rebstöcke, strenge Selektion und sorgfältiger Ausbau im Keller. Das Château du Cèdre ist so zur ersten Adresse im Cahors geworden –  mit dem eigenen Anspruch, traditionelle Auxerrois -Weine (so heißt die Malbec-Traube im Cahors) zu keltern, mit burgundischer Finesse, die das Terroir reflektiert. Das sind starke Worte für jeden, der schon mal das zweifelhafte Vergnügen hatte, die bestenfalls durchschnittliche Kost zu probieren, die man sonst vielfach im Cahors in Flaschen abfüllt und Wein nennt. Also eine Standpunktbestimmung mit dem 2006er Château du Cèdre.

Im Glas opak und von dunklem Purpur. In der Nase zurückhaltend, aber fein. Rote und schwarze Beeren, Kirsche, Pflaume, teilweise auch eine rosinige Süße, Eukalyptus, Zeder (was sonst?) und eine präsente, aber subtile Vanillenote. Am Gaumen gut strukturiert, ein kaum wahrnehmbarer Säurenerv, etwas erdig, opulente, dunkle und beerige Frucht, Pflaume, ein wenig Schwarzkirsche, langer Abgang mit kräftigem, adstringierenden, aber auch unheimlich feinen Tannin. Der Wein ist jetzt schon fruchtig-charmant und trotz des Tannins gut balanciert, hat aber noch deutliches Potential und wird in 3-5 Jahren voll erblühen. Ganz knapp an den drei Punkten vorbeigeschrammt. Ein wirklich guter Wein, der Lust auf mehr macht, in den nächsten Tagen ist dann wohl eine Flasche Le Cèdre aus dem Keller fällig. 🙂

Den 2006er habe ich online nicht mehr gefunden, aber der nominell noch bessere 2007 ist noch überall erhältlich.

Gekauft bei Vinopolis für 13,50 EUR / Trinkfenster jetzt – 2018

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