Château Belle-Vue Haut-Médoc 2005

Die Wingerten von Château Belle-Vue liegen zwar noch im Haut-Médoc, aber dort direkt an der Grenze zur Appellation Margaux. Mit 10ha für Bordeaux-Verhältnisse ein eher kleines Weingut, zog dort mit einem neuen Besitzer im Jahr 2004 auch ein qualitätsbewußteres Arbeiten ein. In kleineren Jahrgängen sind die Weine mir immer noch zu eindimensional und schmeichlerisch, in einem großen Jahr wie 2005 zeigt er aber ungeahnte Qualitäten.

In der Nase eine verführerische und kompakte Melange aus dunklen Beeren: Cassis, Brombeere, Blaubeere, später auch noch Schwarzkirsche, Waldboden, Würznoten und leichte Röstaromen. Am Gaumen mit wenig Säure, aber glasklare dunkle Frucht, zeigt erstaunliche Tiefe und Konzentration, fleischig aber auch samtige Textur.  Nach einiger Zeit darf die Merlot auch mitspielen, wirkt dann durch die Kirsche etwas frischer. Das Tannin ist zur Zeit noch sehr dicht und trocknend, aber zeigt heute schon seine Finesse und hält ewig lang im Abgang nach. Der Holzeinsatz ist, naja, sagen wir mal an der Grenze zum Exzessiven, aber der Wein hat genug Frucht und Kraft um dagegen zu halten. Braucht noch ein paar Jährchen oder gute zwei Stunden im Dekanter, wird dann aber ein üppiger, hedonistischer Spaßwein, der durch seine tiefe Frucht und die samtige Margaux-Textur besticht. 2005er Bordeaux sind teuer geworden, so ist auch für den Belle-Vue mittlerweile fast ein Zwanziger fällig. Ist er aber auch wert 🙂

Gekauft für 17,90 EUR bei Les Amis du Vin / Trinkfenster 2013-2019

 

Dieser Beitrag wurde unter Bordeaux, Haut-Medoc abgelegt und mit , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen