Kleine Burgunderprobe: Charlopin Gevrey-Chambertin 2005, Schumacher Kräuterberg 2009 und Deutzerhof Altenahrer Eck GG 2009

Nach unserer Reise an die Ahr fanden Alex und ich am vergangenen Wochenende endlich wieder Zeit, um gemeinsam Wein zu probieren. Für diese Gelegenheit hatten wir beschlossen, mal wieder ein paar richtig hochwertige Flaschen aufzureissen und uns einen Vergleich zwischen zwei Ahrspätburgundern und einem erwartungsgemäß speziellen, aber von seiner Herkunft klassischen Bourgogne zu gönnen.

Begonnen haben wir mit einer Flasche 2009er von Paul Schumacher, dessen Weine wir bei unserer kleinen Reise kennen und, wie ihr in unseren Verkostungsnotizen nachlesen könnt, auch schätzen gelernt haben.

Sein Spitzenwein stammt aus der Schieferlage des Walporzheimer Kräuterberg. Nach ausreichender Belüftung im Dekanter zeigte er sich schon recht aufgeschlossen von harmonischer und eleganter Statur, bei schöner reifer Frucht und sehr gelungenem, ätherischen Holzfaßausbau. Der Wein ist ein Schmeichler im positiven Sinne, sehr rund, sehr komplett, durchaus vielschichtig und mit samtig-weicher Textur (ggg, Trinkfenster 2011-2016).

Der Philippe Charlopin-Parizot Gevrey Chambertin 2005, der uns aus der einschlägigen Weinkritik als sehr individueller Wein, den man lieben oder hassen kann, aber nichts dazwischen, angekündigt war, überfiel uns mit seiner intensiven Cassis- und Brombeernase, die in ihrer Konzentration und in Kombination mit ausufernden Brett-Noten, die ich hier einmal wohlwollend mit Leder umschreiben möchte, faszinierte.

Am Gaumen zeigte er sich dicht und fokussiert mit einer fast schon kristallinen Textur, jugendlich-brachial, aber noch eher verschlossen. Wer Flaschen besitzt sollte sie frühestens in 3 Jahren begutachten. Halten wird er sicher noch bis zu 10 Jahren. Definitiv ein spezieller Wein, sicher auch ein sehr guter (ggg+, Trinkfenster 2014-2024), aber man muss die Stilistik des Hauses mögen.

Last-but-not-Least, der Wein des Abends. Deutzerhof Großes Gewächs Altenahrer Eck 2009: Ein Titan mit grosser Zukunft. Alles sitzt am richtigen Platz und verspricht Großes. Mineralischer Schliff, großartiges Tannin, perfektes Holz. Dabei hochkonzentriert, aber nicht überkonzentriert. Läßt seine Muskeln spielen, bleibt aber auch nach langer Belüftung kompakt und verschlossen. Also auch in den Keller legen und erstmal vergessen. Ein echtes Meisterwerk und jeden Cent wert. Groß! (gggg, Trinkfenster 2015-2025)

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