Les Incroyables: Domaine Aubert Plan de Dieu 2010 vs. Château de Chambert Les Tourelles 2009

Langsam neigen sich die Foires aux Vins ihrem Ende zu, aber ich habe es diese Woche noch zum französischen Hypermarché E.Leclerc in Thionville geschafft. Leclerc hat die Institution der Weinmesse im Supermarkt praktisch erfunden. Die Auswahl ist ohne jede Übertreibung gigantisch, die Preise sind teilweise sehr gut und viele der Weine wird man in Deutschland gar nicht erst in die Finger bekommen. Leclerc hat eine Reihe von Weinen, die jedes Jahr besonders und unter dem Titel Les Incroyables beworben werden. Aus jeder Region gibt es dann 1-2 Weine, meist Sonderabfüllungen, die preislich besonders attraktiv sind.

Der Château de Chambert Les Tourelles 2009 (g+) (6,30 EUR, Trinkfenster jetzt – 2013, 14.5% Alkohol) aus dem Cahors ist unkompliziert, fruchtbetont und heute schon trinkreif. Die genau Cuvée war nirgendwo in Erfahrung zu bringen, aber nebem der obligaten Malbec dürfte sicher auch ein guter Anteil Merlot mit eingeflossen sein. Die Nase ist eher verhalten, rote Früchte, Holznoten, am Gaumen ist der Wein dann erstaunlich balanciert, tragende Säure, saubere Frucht, Kirsche, Pflaume, weiches aber spürbares Tannin, ganz verhaltene Vanille- und Kaffeenoten im Abgang.  Ein schöner, wenn auch eindimensionaler Trinkwein, gut zum Essen, geht aber auch als Solitär.

Der zweite im Bunde ist der Domaine Aubert Plan de Dieu Côtes du Rône Villages 2010. (g-) (3,65 EUR, Trinkfenster jetzt-2012, 14.5% Alkohol). Die Cuvée besteht neben Grenache auch noch aus etwas Mourvèdre und Syrah, das merkt man aber kaum.  In der Nase typisch südliche Rhône, Himbeere, Vanille, leicht alkoholisch. Es fehlt dann nachher an der Säure für einen harmonischen Wein, sehr fruchtig, reife, fast schon überreife rote Beeren, Anklänge von Würznoten, weiches Tannin, bleibt leider auch im Abgang leicht alkoholisch-warm nach. Ist nicht mein Fall, aber für den Preis ein akzeptabler Côtes du Rhône.

Der Château de Chambert hat klar die Nase vorne, aber der Plan de Dieu von Aubert ist auch trinkbar, ich hatte schon weit schlechteres für teilweise deutlich mehr Geld im Glas. Beides sind eher Essensbegleiter und kräftig-voluminös, wobei der Cahors den Alkohol deutlich besser absorbiert.

Dieser Beitrag wurde unter Cahors, Côtes du Rhône, Features abgelegt und mit , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen