Bordeaux Grands Crus 2009: Lagrange, Marquis de Terme, La Pointe und Hauts de Pontet Canet

Ok, ok, der Titel ist etwas irreführend, da mit den Châteaux Lagrange und Marquis de Terme nur zwei tatsächlich als Grands Crus klassifizierte Weine ins Glas kamen. La Pointe als Pomerol ist naturgemäß gar nicht klassifiziert, und der Zweitwein vom Überflieger Pontet Canet war der beste Paulliac den ich bekommen konnte. Somit haben wir jeweils aus den Appellationen Margaux, St. Julien, Paulliac (linkes Ufer) und Pomerol (rechtes Ufer) einen Probanten. Es sind alles keine Premiers oder Superseconds, aber dürften einen guten Einblick in die breite Masse der klassifizierten Châteaux sein.

Château Lagrange 2009 (gg-ggg) (46,99 EUR, Trinkfenster jetzt-2022) ist ein Blend aus 73% Cabernet und 27% Merlot. In der Nase sehr fruchtig, dunkle Beeren, Brombeeren, süße Cassis, ganz zarte Holznoten, etwas Zeder, leichte Mineralität. Am Gaumen schöne Balance, sehr kräftige Säure, saubere und knackige Frucht, dominiert von dunklen Beeren, im Abgang amtliches, aber butterweiches Tannin, deutliche Würznoten. Der Wein ist gut, besser als die Lagranges der letzten Jahre (inklusive 2005), aber auch ziemlich modern und uniform. Nicht wirklich das, was man sich von einem Saint Julien erwartet.

Der Château Marquis de Terme 2009 (ggg++) (26,99 EUR, Trinkfenster 2013-2025) mit 55% Cabernet,  35% Merlot und 10% Petit Verdot und Cabernet Franc zeigt ein schönes Margaux Parfum, in der Nase sehr dicht, dunkle Frucht, Johannisbeere, Schwarzkirsche, etwas Teer, leichte Kaffeenote. Der Wein ist rund aber auch sehr stoffig, tragende Säure, dichtes Gewebe aus dunklen Beeren und kräftigem, feinkörnigen Tannin. Gutes Holz im Abgang, Kaffee, etwas Schokolade. Der Wein zeigt später typische Médoc-Erdigkeit, wird noch dichter und fast schon exotisch, florale Noten. Ganz ehrlich – das Zeug ist Porno, da könnte ich mich stundenlang reinlegen (Alkohol 13,5%).

Unser Pomerol, der Château La Pointe 2009 (gg+) (28,99 EUR, Trinkfenster 2013 – 2019) kommt  mit einer Cuvée aus 85% Merlot, 15% Cabernet Franc und 14% Alkohol ganz ohne Cabernet Sauvignon aus. In der Nase fruchtig und frisch, satte Pflaume, Schwarzkirsche, Röstaromen, Kaffee. Harmonisch, unkompliziert und macht direkt Spaß: Samtweiche und fleischige Textur, leichtere Säure, die pflaumige Frucht ist perfekt gereift nd mit hoher Extraktsüße ausgestattet. Im Abgang deutliches Tannin, aber auch hier ohne jede Härte, Röstaromen, Kaffee und Schokolade. Sicher, eher eindimensional, aber ein saftiger Spaßwein, der noch ein paar Jahre im Keller braucht.

Last but not least der Zweitwein von Pontet Canet, Hauts de Pontet Canet 2009
(ggg) (25,99 EUR, Trinkfenster 2014-2022). In der Nase vielschichtig und filigran, rote und schwarze Beeren, Cassis, aber auch Walderdbeeren, Bleistiftspitze, etwas mineralisch, changiert ständig. Der Wein ist perfekt balanciert, tragende Säure, dichte Frucht, die facettenreich frische rote und tiefe dunkle Beeren vereint, das alles mit einer tollen Extraktsüße ausgestattet. Das Tannin ist anfangs etwas hart und adstringierend, aber poliert und feinkörnig. Ganz dezentes Holz, hält sich schön im Hintergrund. Bleibt lange nach, schöne Mineralität.  Fokussiert, unheimlich klar, sauber und ehrlich, steckt die 14% Alkohol gut weg. Für eine Zweitwein eine erschreckend hohe Qualität.

Der Artikel hat mal wieder Überlänge – unser bisheriges Jahrgangsfazit folgt dann in einem extra Post nächste Woche.

– Bordeaux 2009 Cru Bourgeois
– Bordeaux 2009 kleine Weine

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