Dubreuil-Fontaine Père & Fils Pommard 2008

Nach den vielen jungen und sehr fruchtigen Bordeaux,  die ich in den letzten Wochen getrunken habe, war mir mal wieder nach einem schönen, eher zurückhaltenden Burgunder. Da vor ein paar Tagen eine Sechserkiste mit meiner neusten Errungenschaft angekommen war, musste ich mich dafür noch nicht mal in den Keller bemühen 🙂

2008 war im Burgund kein einfaches Jahr, das schöne Wetter im September hat die Winzer hier vor einer Katastrophe gerettet. Die Rotweine haben kaum Fett, wenig Restsüße und sind von einer wirklich kräftigen Säure dominiert, vielleicht vergleichbar mit den 2010er Rieslingen in Deutschland. Sind  jetzt alle Parker-Jünger  weinend auf ihre Lieblingswebsite geflohen? Gut, da wir nun unter uns sind: der Jahrgang hat bei sorgfältiger Arbeit im Weinberg hervorragende und interessante Terroir-Weine hervorgebracht, die vielleicht heute nicht so zugänglich sind, aber eine große Zukunft vor sich haben.

Ein solcher Wein ist der Dubreuil-Fontaine Père et Fils Pommard 2008. Kein Winzer aus der ersten Reihe, aber mit einer Reputation für traditionelle und langlebige Burgunder. Braucht etwas Luft, zeigt dann aber eine feine Nase aus Walderdbeeren mit einer ganz exquisiten Süße, Himbeere, Würznoten und später auch etwas feuchtem Waldboden. Am Gaumen noch von der Säure dominiert, aber mit einer glasklaren, präzisen und fast schon kristallinen Frucht sowie einer leichten Mineralität. Für einen Pommard von eher leichtem Charakter aber mit guter Struktur, im recht langen Abgang noch etwas adstringierendes Tannin, zum Ende kommt wieder die Säure. Nur 13% Alkohol, aber das dürfte nicht überraschen.

Für Säure-Junkies und als Essensbegleiter ist der Wein jetzt schon da, allen anderen würde ich empfehlen, ihn einfach noch 3-4 Jahre im Keller zu vergessen.

Gekauft bei Ebay für ca. 12,50 EUR / Trinkfenster 2014-2018

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