Château Trotte Vielle (Trottevielle) 1989

Nur 15 Premier Grand Crus gibt es zur Zeit in St. Emilion, und nach allgemeiner Lesart ist Trotte Vielle eines der schwächeren Crus in diesem sehr erlesenen Zirkel. Das moderne St. Emilion ist häufig nicht so mein Fall – viel Alkohol, sehr reif, überkonzentriert und im Glas mehr Holz als ein durchschnittlicher Biber in seinem Leben zu Gesicht bekommt.

Ganz anders der 1989er Trotte Vielle: Freundliche 13% Alkohol, braucht nach dem Öffnen ein gutes Stündchen Luft. Interessante Nase, zeigt schon jede Menge Sekundäraromen: rotbeerige Frucht, Holunder, süßer Honig, Waldboden und Pilze. Am Gaumen natürlich diabetisch trocken, leichte Säure, mürbe Frucht, auch hier rote Beeren, feiner, süßer Schmelz und im Abgang ein immer noch ordentliches Tanningerüst. Zeigt stellenweise Meersaum und Jod, wie ich es auch von seinem Nachbargut Troplong-Mondot kenne – zumindest von den älteren Mondots. Alles in allem weich, rund und harmonisch. Schön gereift, für einen Spitzenwein aber etwas zu eindimensional.

Dürfte schon über seinen Höhepunkt hinaus sein, ist aber sicher noch ein paar Jahre mit Genuß trinkbar. Meine Flasche war allerdings auch nicht perfekt, hat aus besserer Lagerung sicher noch etwas mehr Luft.

Gekauft bei Ebay für 27,00 EUR / Trinkfenster jetzt – 2014

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