Caparzo Brunello di Montalcino 2006

Diesem Toskaner habe ich erst einmal ordentlich Luft verschafft, um seine herkunfts- und sortenypisch recht feste Tanninstruktur etwas zu lockern.

Und siehe da.

Nach 24 Stunden in der geöffneten Flasche gewinnt er ordentlich an Harmonie und Zugänglichkeit.

In Duft feine reife Fruchtaromen von Kirsch, Brombeere, Blaubeere und etwas roter Johannisbeere.

Dezentes röstiges Holz, das sich nicht in den Vordergrund stellt, sondern schön begleitet.

Auch feine mineralische Noten von Bleistiftspitze.

Im Geschmack dann ebenfalls noch jugendlich, mit frischer kirschiger Frucht.

Herzhafte Säurestruktur und feine, aber noch etwas trocknende Tannine, die seinem extraktsüßen Kern, der sich mit zunehmender Belüftung einschmeichelt, einen schönen Widerpart geben und am Gaumen ein pikantes Trinkvergnügen schaffen, das ich mit sehr gut als Begleiter von feinen Wildgerichten vorstellen kann.

Eleganter Körper und gute Länge.

Ein, zwei Jährchen im Keller werden ihm sicher zu mehr Harmonie verhelfen, man kann ihn aber auch jetzt schon bedenkenlos öffnen, gerade zum Essen.

Nicht eben günstig, trotz des Kampfpreises bei Weinpalais, aber im Reigen der Weine seiner Herkunft damit ja leider schon ein Schnäppchen.

Sicher ist der Caparzo ein sehr gut strukturierter mittelgewichtiger Brunello, ich persönlich finde aber, dass er etwas mehr Saft haben könnte.

So bleibt er meine Empfehlung für die Liebhaber toskanischer Eleganz.

Wer Druck erwartet, sollte zu anderen Elixieren greifen.

Trinkfenster: jetzt und weitere 6 Jahre

19,80 € bei www.weinpalais.de

Dieser Beitrag wurde unter Brunello, Toskana abgelegt und mit , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen