J.M. Alquier Faugeres Reserve “La Maison Jaune” 1999

Nachdem ich den 2000er Maison Jaune ja schon sehr spannend fand, habe ich diese Trouvaille in einem Kölner Weinladen selbsverständlich nicht stehen lassen können und als Alex und ich diesen Wein gestern geöffnet haben, wären wir vor lauter Trinkfreude fast unter die Decke gehüpft.

Wahnsinn, wieviel Power dieser Wein nach 13 Jahren noch in sich hat. Zugleich ist er sehr fein und vielschichtig. Im Duft von Cassis geprägte Frucht, später auch Erdbeere und Pflaume, animalisch, Wildbret, Oliventapenade, Waldboden, Veilchen, dabei würzige, fast rauchige Schiefernoten vom Feinsten und ein perfekter, sehr subtiler Holzfaßausbau der an Bordeau-Grand-Cru-Niveau ranreicht.  Die hochfeine Nase liegt irgendwo zwischen sehr guten Weinen von der nördlichen Rhône und dem Burgund.

Am Gaumen dann mit reifer schokoladiger, hochfeiner und eleganter Süße und mineralischer Frische. Wieder klare kühle Cassisfrucht. Sehr gute Struktur, abgeschliffenes, feines Tannin, formidabler, leicht bitterschokoladiger Abgang.

Ein wirklich tiefgründiger Terroirwein der Extraklasse, der sich gut gereift wie hier auch vor deutlich teureren Gewächsen nicht verstecken muss.  Der Wein ist eigen und auch durch die Schiefer note und hohe Säure sicher nicht Everbody’s Darling, aber das ist Champions League für wirklich ganz kleines Geld, aktuellere Jahrgänge sind immer noch für unter 20 EUR erhältlich.

Aus kompetenter Quelle weiß ich, dass die Weine einige Zeit der Reifung brauchen und jung sehr abweisend sein können. Also kaufen und einlagern. Es lohnt sich!

Den noch aktuellen Jahrgang 2006 gibt es bei K&U für 16,99 EUR.

Jetzt und weitere 5 Jahre und knappe aber doch irgendwo mehr als verdiente

 

 

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3 Antworten auf J.M. Alquier Faugeres Reserve “La Maison Jaune” 1999

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  2. Alex sagt:

    Hallo Ralph,

    ich habe mir nach dem Erlebnis mit dem 99er auch gleich bei K&U eine Kiste mit dem 06er für den Keller bestellt. Der 99er ist eigenständig, wenn ich ihn vergleichen würde aber eher mit einem großen Nord-Rhône. Er ist eindeutig von Syrah geprägt und hat auch eine sehr erfrischenden Säurenerv. Das einzige, was ein wenig in Richtung hochwertigem CdP geht ist der Grenacheanteil, der eine sehr feine, süße, erdbeerige Frucht mit einbringt. Blind verkostet hätte ich den 99er aber eher als Côte-Rotie oder Hermitage eingeordnet. Ob das so auch alles noch für den 2006er Jahrgang gilt, kann ich (noch) nicht sagen. Zum einen ist der Wein mit Sicherheit noch zu jung, zum anderen kann es sein, das sich der Stil geändert hat. Werde aber in den nächsten Tagen (die Flaschen haben sich lange genug vom Transport erholt 😉 mal eine aufmachen und hier berichten!

    Cheers,
    Alex

  3. ralph sagt:

    Habe mir soeben ein paar Restflaschen des 06ers bestellt, bin gespannt! In Foren wird der Wein ab und an als “kleiner Chateauneauf zum halben Preis” betitelt.
    Ist er das?
    Gruß ralph

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