Lafleur-Gazin Pomerol 2008

Das Weingut liegt im nördlichen Teil des Plateaus von Pomerol in direkter Nachbarschaft der bekannteren Güter Lafleur und Gazin (ok, dazu musste man jetzt kein Hellseher sein…), auch Petrus befindet sich in unmittelbarer Nähe. Im Vergleich zu den illustren Nachbarn gilt Lafleur-Gazin als Underperformer, obwohl das Château seit 1976 vom Moueix-Imperium verwaltet und bestellt wird. Aus den 8,5 Hektar unter Reben werden rund 3,500 Kisten pro Jahrgang produziert.

2008 war in Bordeaux, soweit man das verallgemeinern kann, eher ein leichtes Jahr und auch ein Jahr, in dem die Weine vom rechten Ufer, also Pomerol und St. Emilion, stärker einzuschätzen sind die als die vom linken Ufer. Da sollte der Lafleur-Gazin 2008 doch eigentlich mal so richtig brillieren können.

In der Nase zurückhaltend und fein, Schwarzkirsche, Pflaume, etwas Himbeere, Schokolade, Röstaromen, frisch aufgebrühter Kaffee, zeigt stellenweise auch mineralische Noten, Graphit.

Am Gaumen ebenfalls sehr fein, eher auf der leichten Seite, ernsthaft, wirkt jetzt schon sehr strukturiert und elegant. Kräftige Säure, kristalline und präzise Frucht, auch hier Kirsche und Pflaume, mineralisch, im Abgang etwas dünn, aber mit noch mehr Pflaume, schöner Bitterschokolade und immer noch merklich trocknendem Tannin. Kein luxeriöser, exotischer Traumwein, aber wird sicher mal ein feiner und gut balancierter Essensbegleiter.

Mit ordentlicher Belüftung zwar heute schon trinkbar, wird am zweiten Tag pflaumiger und schokoladiger, aber immer noch klar vom Holz dominiert.  ich würde in jedem Fall noch warten – er hat von allem genug, um in Ruhe reifen zu können. Nicht schlecht, aber dank Pomerol-Aufschlag preislich grenzwertig.

Gekauft für 27,00 EUR auf Ebay, Trinkfenster 2016-2022
Online gefunden u.a. bei Vinea für 34,00 EUR

 

 

Dieser Beitrag wurde unter Bordeaux, Frankreich, Pomerol abgelegt und mit , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen