Château de la Noblesse Bandol 1995

Das war leider nix mehr, 17 Jahre war dann wohl doch etwas zuviel des Guten

Bandöllchen gefällig? Aber immer doch möchte man da eigentlich sagen. Aber leider sind die Mourvèdre-Weine nicht ganz pflegeleicht: In der Jugend schroff und abweisend und dann gibt es leider jede Menge an, freundlich ausgedrückt, sehr mittelmäßigen Qualitäten auf dem Markt, die Preise sind ob der starken lokalen Nachfrage vor Ort eher hoch. Das Château de la Noblesse ist mit 14h unter Reben ein nicht mehr ganz kleiner Familienbetrieb, aktuelle Jahrgänge gibt es für um die 14,00 EUR ab Hof. Wie die Cuvée genau zusammengesetzt ist, bleibt das Geheimnis des Château. Mourvèdre braucht Zeit,  7-10 Jahre mindestens, aber wer hat schon eigene gereifte Bandols im Keller? Wir (noch) nicht, also habe ich diese Flasche 1995er auf Ebay eingesammelt.

Der Korken war leider nicht mehr im besten Zustand, Füllstand aber in Ordnung, Farbe noch intakt aber schon mit deutlich rostrotem Rand. Offensichtlich unfiltriert, der Wein hat gefühlt mehr Sediment als der Nil zur Regenzeit. Also erstmal ab in den Dekanter zum Filtrieren. In der Nase schon mit merklichen Alterungstönen, feuchtem Waldboden, wenig Frucht, etwas Zeder, gegrilltes Fleisch, Würznoten. Am Gaumen schon etwas gezehrt, mit  guter Säure,  gedämpfte, rotbeerige Frucht, eine gewisse Süße gibt es auch noch, hinten raus aber sehr kurz, hat keine rechte Struktur mehr. Kann man noch trinken, aber ohne großen Genuss.  Vielleicht sind die 17 Jahre für diesen Bandol dann doch etwas zuviel gewesen. Habt ihr Erfahrungen mit wirklich alten Mourvèdres?

Gekauft für 9,00 EUR auf Ebay / Trinkfenster: Überlagert
Online nicht gefunden, auch keine jüngeren Jahrgänge

 

Dieser Beitrag wurde unter Bandol, Frankreich abgelegt und mit , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen