Was es Pfingsten ins Glas gab…d’Armailhac 1994, Belland Santenay 2005 und Remy Seguin Morey Saint Denis 2006

Die Rothschilds haben Bacchus als Geisel genommen...Stockholm Syndrom, anders ist sein seeliges Grinsen kaum zu erklären

Eigentlich gar nichts besonderes, aber dem doch arg warmen Wetter angepasst. Deshalb hier auch nur in Kurzform berichtet: Château d’Armailhac war schon immer ziemlich lausig und lebt eigentlich nur von der Rothschild-Liaison. Der 2009er, für den mittlerweile überaus sportliche 49,00 Euro aufgerufen werden, war wieder einmal unterdurchschnittlich und entsprechend habe ich mich gefragt, welcher Teufel mich wohl geritten hat, irgendwann mal eine Flasche 94er zu kaufen. Und das vor gar nicht allzu langer Zeit. Und gar nicht mal so günstig. Aber gut, Dummheit muss bestraft werden, und das Zeug nimmt nur wertvollen Platz im eh schon vollbelegten Keller weg. Also rein ins Glas mit dem Château d’Armailhac 1994 (- , am besten schon vor 5 Jahren ausgetrunken), vielleicht wird es ja gar nicht so übel. In der Nase zurückhaltend, sekundär, nur noch wenig Frucht, Cassis, Brombeere, etwas süßliche Himbeere, Waldboden, Pilze, etwas Minze. Am Gaumen leicht und schon merklich gezehrt, mit guter Säure, es bleibt ein noch intakter Fruchtkern von Cassis und etwas Extraktsüße, Pilze und feuchter Waldboden, im Abgang kurz und flach, mit präsentem, rustikalem Tannin. Geht noch zum Essen, aber von einem unterdurchschnittlichen Château in einem klassischen Jahr darf man nach 18 Jahren wahrscheinlich auch nicht mehr erwarten.

Wenn es draußen wirklich warm wird, schwenke ich nicht auf Weißwein um, sondern trinke den Roten einfach 2-3 Grad kälter. Das Verfahren eignet sich vielleicht nicht unbedingt für komplexe oder filigrane Weine, aber zum Beispiel robuste Pinot Noirs können damit wunderbar. Den Santenay 2005 von der Domaine Joseph Belland (gg, jetzt und im nächsten Jahr austrinken) hatten wir hier schon einmal lobend erwähnt. Ist in der Nase nicht mehr so fein, weniger floral, aber immer noch schön fruchtig, Erd- und Himbeere, tolle Säure, blitzsauber und mit einem schönen Schmelz. Perfekter Sommerwein, deshalb mussten gleich ein paar Flaschen daran glauben.

Ebenfalls deutlich zugelegt hat der Remy Seguin Morey Saint Denis 2006 (g-gg, jetzt bis 2014). Der war zuletzt vor anderthalb Jahren noch mit ziemlich grünem Tannin  zugenagelt, heuer dagegen deutlich offener. Eher ein rustikaler Typ, kräftig und maskulin, erfrischende Säure, fruchtiger Kern mit typischen Waldbeeren, etwas Minze, Tannin noch spürbar aber schon gut integriert. Einfach, unkompliziert und kernig.

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