Quinta Sardonia 2007

Nicht von schlechten Eltern: Quinta Sardonia 2007

Der Wein ist ein Gemeinschaftsprojekt von Peter Sisseck (Pingus) und einem seiner Padawan, dem französischen Jungwinzer Jerome Bougnaud. Angebaut natürlich weder in Dänemark noch in Frankreich sondern erwartungsgemäß in Spanien, ein paar Kilometer außerhalb der D.O Ribera del Duero. Der Anbau erfolgt strikt biodynamisch, der Ausbau ist  hochmodern: Neben Tempranillo (ca. 50%) enhält die Cuvée auch noch 25 % Cabernet Sauvignon, 10% Merlot sowie Cabernet Franc, Petit Verdot und Syrah. Eine Besonderheit ist hier, das die verschiedenen Rebsorten teilweise gemeinsam gelesen und vergoren werden und die verschiedenen Chargen dann später zum Gesamtwein verschnitten werden. Die Rebanlagen sind mit 10-12 Jahren noch jung, das Terroir ist mit seinen kargen Kalkböden auf rund 800 Meter Höhe in Flußnähe gut gewählt.

Der Quinta Sardonia 2007 zeigt sich dann in der Nase sehr intensiv und vielschichtig, eine echte Wundertüte: Rote und schwarze Johannisbeere, Brombeere, Kirsche, Tabak, Leder, exotische Gewürze, Röstaromen, frisch aufgebrühter Kaffee, stellenweise sogar rotes Fleisch und Rosen. Da kann man sich stundenlang dran erfreuen und das sollte man auch, denn der Wein braucht jede Menge Luft.

Am Gaumen dicht, massiv und füllig, saftig, trotz allem aber gut balanciert und mit einer gewissen Struktur – so gut wie das halt bei 15% Alkohol noch geht. Bleibt in der Frucht etwas unpräzise und diffus, überwiegend Kirsche, Cassis und Brombeere, hohe Extraktsüße. Wird dann im recht langen Abgang wieder sauberer und präziser, etwas mineralisch, würzig, leicht bitteres und trocknendes Tannin, zeigt am Ende etwas Frische. Am zweiten Tag kommt der Tempranillo mehr durch, der Wein wird insgesamt saftiger und noch etwas dunkler mit viel Brombeeren und Holunder.

Gar keine Frage, ein ziemlich perfekt gemachter Wein. Ein wirklich geiles, hedonistisches Fest vor allem für die Nase – und dabei völlig legal. Am Gaumen fehlt mir die Präzision, etwas Schliff und Eleganz – aber dafür ist der gute Tropfen wahrscheinlich zu nah an der Frucht gebaut. Vielleicht kommt das noch mit den Jahren, dank Cabernot & Co. dürfte der Quinta Sardonia ja über ein gewisses Reifepotential verfügen. Falls 15% Alkohol für euch kein Showstopper sind, bekommt ihr hier einen hochmodernen, vielschichtigen und sehr  fruchtigen Bordeaux-Blend ins Glas, der selbst uns Spaß gemacht hat. Im wahrsten Sinne des Wortes fette drei Punkte.

Full Disclosure: Der Wein wurde uns unaufgefordert und kostenlos durch das Weingut zur Verkostung gestellt.

Trinkfenster: Jetzt – 2017
Online z.B. bei Silkes Weinkeller  für 37,50 EUR gefunden.

 

 

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2 Antworten auf Quinta Sardonia 2007

  1. Alex sagt:

    Hallo Miguel, danke für den Hinweis. Faktisch übrigens das gleiche, Douro ist der portugiesische Name des Flusses.

    LG,
    Alex

  2. Miguel sagt:

    Wenn man sich die Etiketten der Weine aus dieser Region anschaut, dann müsste man sehen, dass es “Ribera del Duero” heisst und nicht “Douro”.
    Gruß
    Miguel

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