Ferraton Père & Fils Crozes-Hermitage “Les Picheres” 2010

Ein biodynamischer Terroirwein aus einem Spitzenjahrgang: Ferraton Pere & Files Les Picheres 2010

Das Jahr 2010 hat es mit der nördlichen Rhône gut gemeint. Ein langer und kalter Winter, der Schneefall entlang des Rhône-Tals bis nach Orange und Chateauneuf brachte, ein feuchter, aber warmer Frühling und wechselhaftes Wetter im Juni führten zunächst dazu, das nur wenige Trauben an den Rebstöcken ausgebildet wurden. Wenige, aber dafür kerngesunde Trauben, die von einem warmen Sommer und einem leicht regnerischen September profitierten. Die Ernte Ende September / Anfang Oktober war problemlos, die Qualität des Lesegutes perfekt, auch wenn die Erträge fast 25% unter dem Vorjahr lagen. Im Gegensatz zu den sehr fruchtigen, vordergründigen und vollreifen 2009ern soll 2010 durch Balance und Terroir bestechen.

Der Crozes-Hermitage von Ferraton, natürlich aus 100% Syrah, der hier mit tiefdunkler Farbe und violetten Reflexen ins Glas fließt,  ist ein Einzellagenwein aus dem Lieu-Dit Les Pichères, der sich auf Kalkböden südöstlich vom gleichnamigen Ort in Richtung des Flußes Isère ausbreitet. Bei Ferraton arbeitet man biodynamisch und mit der bei qualitätsorientierten Winzern üblichen Selektion, so daß die Erträge bei den Hermitage-Weinen unter 10hl/ha liegen und auch bei den anderen Appellationen nicht über 20hl/ha steigen.

Der Wein ist in der Nase für eine Crozes ungewöhnlich dicht und intensiv, changiert noch stark. Zwetschke, Brombeere, schwarze Johannisbeere, pikante, aber süße Walderdbeere, Würznoten, etwas Pfeffer, Veilchen und Oliventapenade, mit der Zeit auch Schokolade. Am Gaumen dann gut ausbalanciert, erfrischende und tragende Säure, dunkle Beeren, feinwürzig, etwas Olive eine ausgeprägte mineralische Terroirnote, die bis in den würzigen Abgang nachhält. Das Tannin hat einen guten Grip, ist nicht zu rund, das steht dem sonst doch sehr geschliffenen Wein aber gut. Nicht übermäßig komplex, aber sehr ausgewogen und vielschichtig genug, um einen bei der Flasche zu halten. Wird am zweiten Tag dunkler, kühler, ganz viel Olive, etwas mehr Schokolade, fast schon fleischige Textur.

Biodynamischer, stark ertragsreduzierter Lagenwein aus einem Spitzenjahrgang und  einer Appellation, in der man auch schlechte Weine kaum unter 12-13 Euro bekommt, dafür erscheinen mir 16,50 EUR mehr als fair. Nord-Rhône in 2010 ist definitiv ein Thema, mit dem sich jeder Freund feiner Terroirweine näher beschäftigen sollte. Knappe aber verdiente drei Punkte bei freundlichen 13% Alkohol.

Gekauft für 16,50 EUR bei Lobenbergs Gute Weine / Trinkfenster 2013– 2020

 

 

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