Wein Einmaleins – Sieben Tipps, wie man Wein richtig lagert

Das richtige Einlagern von Wein muss keine komplizierte Sache sein, denn es gibt nur einige wenige Dinge, die man wirklich beachten muss. Hier findet ihr sieben alltagstaugliche Tipps, wie ihr eure besten Tropfen gut aufbewahrt. Neben dem passenden Wein braucht ihr für den Anfang ein einfaches Hygrometer, um die Luftfeuchtigkeit zu kontrollieren und am besten ein Thermometer, das eine Memory-Funktion hat und mindestens die niedrigste und höchste gemessene Temperatur speichern kann (nicht unbedingt schön, aber für kleines Geld in einem Gerät z.B. hier erhältlich).

(1) Nur das lagern, was gelagert werden muss
Mehr als 95% aller Weine werden gemacht, um in den nächsten Jahren getrunken zu werden. Das heißt sie werden nicht besser, wenn sie längere Zeiten lagern. Im Gegenteil, sie verlieren viel von ihrem jugendlichen, meist fruchtigem Charme. Für alle diese Weine muß man sich also keine Gedanken um eine längerfristige Aufbewahrung machen.

(2) Die richtige Temperatur
Die Alterung von Weinen ist ein chemischer Prozess, der genaue Ablauf ist im Detail noch nicht wirklich erforscht. Aber sicher ist: wie bei vielen anderen chemischen Reaktionen auch läuft sie bei höheren Temperaturen schneller ab. Als Faustregel gilt, dass beim Wein eine um  8 Grad Celsius höhere Umgebungstemperatur die Ablaufgeschwindigkeit der chemischen Reaktion verdoppelt. Ein bei 20 Grad gelagerter Wein reift also doppelt so schnell als einer der bei kühleren 12 Grad vor sich hinschlummert. Umgekehrt gilt natürlich auch – je kühler die Umgebungstemperatur, desto langsamer reift der Wein. Ist es zu kalt, kommt die Reaktion ganz zum Stillstand und es findet keine Entwicklung mehr statt.

Es ist also keine ganz exakte Wissenschaft, aber üblicherweise sieht man die optimale Lagertemperatur bei 12-15 Grad. Bis zu 4 Grad im unteren und 22 Grad im oberen Bereich sind zumindest nicht schädlich für den Wein, führen aber zu einem anderen Alterungsverlauf.  In jedem Fall zu vermeiden, auch kurzfristig, sind Temperaturen unter -4 Grad (der Wein kann gefrieren und drückt den Korken raus) oder 30 Grad (der Wein wird “gekocht” – dabei wird er fad und verliert seine Aromen).

(3) Konstante Temperatur, keine schnellen Wechsel
Vielleicht noch wichtiger als die richtige ist eine möglichst gleichmäßige Temperatur. Kurzfristige Schwankungen führen dazu, dass sich die Flüssigkeit in der Flasche zusammenzieht und wieder ausdehnt, wodurch Luft eindringen kann, was zu einer raschen Oxidation und ultimativ dem Exitus des Weines führen wird. Es ist hingegen kein Problem, wenn die Temperatur mit den Jahreszeiten schwankt, also z.B. in eurem Keller im Winter langsam auf 8 Grad runtergeht und im Hochsommer bis auf 18 Grad steigt. Manche Fachleute halten das sogar für besser als eine ständig konstante Temperatur. Schädlich wird es, wenn ihr dem Wein einen solchen oder ähnlichen Wechsel täglich oder in anderen kurzen Intervallen zumutet. Tipp: Wer über keinen natürlich geeigneten Raum verfügt, kann sich zumindest für den Anfang mit handelsüblichen Isolationsplatten aus dem Baumarkt behelfen. So ausgekleidet wird auch aus einer Abstellkammer ein Raum,  der gegenüber den thermischen Schwankungen seiner Umgebung wesentlich unempfindlicher wird.

(4) Licht
Das ist eine einfache Sache: Wein mag kein UV-Licht, deshalb wird auch praktisch jeder Rotwein und viele Weißweine in dunklen Flaschen gefüllt, um das UV-Licht zu filtern. Das ist aber kein 100% Schutz, deshalb sollte man Wein immer im Dunkeln lagern.

(5) Luftfeuchtigkeit
Die meisten Weinflaschen und eigentlich alle Weine die reifen können, sind nach wie vor mit Naturkork verschlossen. Trocknet dieser aus, wird er porös und durchlässig, der Wein oxidiert oder kann im schlimmsten Fall auslaufen. Das tatsächliche Risiko ist in unseren Breitengeraden eher gering, aber wer Wein sein eigen nennt, der tatsächlich über viele Jahrzehnte gelagert werden will (Ja, 1986er Bordeaux, ich spreche mit dir) sollte ein Auge darauf haben, dass die Luftfeuchtigkeit bei ca. 60-80% liegt. Höhere Werte sind  nicht unbedingt schädlich, greifen aber mit der Zeit die Etiketten an. Tipp: Die Etiketten mit Frischhaltefolie einwickeln, dann gibt es auch da keine Probleme.

(6) Weinflaschen liegen gerne
Um den Korken auf der Innenseite schön feucht zu halten, werden Weinflaschen immer liegend gelagert. Das ist aber auch so zu empfehlen, da es sich um die effektivste Methode handelt, Flaschen zu stapeln. Tipp: Wenn eine Flasche lange Jahre gelegen und sich Sediment gebildet hat, was übrigens sowohl bei Weiß- als auch bei Rotweinen völlig normal und kein Fehler ist, solltet ihr die Flasche ein paar Tage, bevor ihr sie trinkt aufrecht stellen, damit das Depot zu Boden sinken kann.

 (7) Vibrationen
Das ist eher eine Glaubensfrage als gesicherte Erkenntnis, aber es gibt die Auffassung, das häufige Vibrationen die Entwicklung des Weines stören bzw. schadhaft sind. Sicher unstrittig ist, dass stetige Vibration verhindert, dass bei älteren Weinen das Depot zu Boden sinken kann, was zumindest kein wünschenswerter Effekt ist. Um ganz sicher zu gehen, solltet ihr also die Nähe zu Haushaltsgeräten wie Waschmaschinen, Kühlschränken oder eurer Heizung meiden.

Das sind die wesentlichen Dinge auf die ihr achten müsst, um viel Freude an euren lagerfähigen Weinen zu haben. Der perfekte Weinkeller ist ein anderes Thema, das wir sicher auch noch einmal aufgreifen werden.

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Eine Antwort auf Wein Einmaleins – Sieben Tipps, wie man Wein richtig lagert

  1. Norbert M. sagt:

    Vielen Dank für die Hilfreichen Tipps in Bezug zur Lagerung, ich bin Wein Neuling und hab da noch eine Frage. Gibt es Wein der auf gar keinen Fall gelagert werden sollte oder verträgt jeder Wein eine Lagerung? (Bsp. Riesling)
    Denn ich würde mir gern eine kleine Sammlung von meinen Lieblingsweinen anlegen.

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