Fight Club IV: Elio Altare Barbera d’Alba 2010 vs. Domenico Clerico Barbera d’Alba Trevigne 2008

Das Piemont ist natürlich nicht nur Nebbiolo, eigentlich wird dort sogar wesentlich mehr Barbera angebaut. Die Rebsorte hat relativ hohe Erträge, ist robust, nicht so anspruchsvoll und reift 2-3 Wochen schneller als die doch arg kapriziöse Nebbiolo. Barbera sind ähnlich wie Dolcetto mit ihrer hohen Säure und dem wenig ausgeprägten Tannin perfekte Essensbegleiter, die auch gerne jung getrunken werden können. Während  man in Italien die aus Nebbiolo gekelterten Barolo und Barbaresco als Weine des Königs und der Königin bezeichnet, so ist der Barbera der Wein des kleinen Mannes.

Elegant und fein Barbera d’Alba 2010 von Elio Altare, brachial und fruchtig Barbera d’Alba Trevigne 2008 von Domenico Clerico

Ring frei also diese Woche für zwei Barbera der Oberklasse, zumindest beide von Spitzenproduzenten des Piemont. Der Barbera d’Alba Trevigne 2008 von Domenico Clerico (gg, jetzt bis 2015 steht mit einem dichten, dunklen Rot im Glas. In der Nase fein und duftig, schwarze Beeren, Kirsche, Heidelbeeren, Pflaume, Veilchen, vom Holzausbau sehr zurückhaltende Röstaromen, Kaffee, Vanille. Am Gaumen mit einer knackigen Säure, vergleichsweise dicht, breite, ausladende Frucht, auch hier viel Kirsche und dunkle Beeren, leichte, typisch südliche Würznoten, mineralische Anklänge, im Abgang Clerico-typisch ganz feines Tannin vom Holzausbau, das dem Wein zusätzlich Struktur verleiht.

Zwei Jahre jünger ist der Barbera d’Alba 2010 vom anderen Großmeister Elio Altare (ggg-, jetzt bis 2016). Im Glas sehr dunkeles rot-violett. Balsamisch-würzig in der Nase, mit leicht floralen Noten, Lakritze, Kirsche, eher rote als schwarze Beeren, pikant, zeigt anfangs sogar noch etwas Stachelbeere, das gibt sich aber mit der Zeit. Am Gaumen klar der elegantere, feinere und zurückhaltendere Wein. Die Säure ist harmonischer eingebunden, der kirschige Fruchtkern weniger ausladend, sehr seidige Textur. Würzig und balsamisch, hält sich im Abgang lang, trotz kaum spürbaren Tannins.

Der Barbera von Domenico Clerico ist mit seiner knackigen, brettharten Säure und der ausladenden dunklen Frucht sicher typischer in seiner Art, sieht man einmal von dem modernen, wenn auch sehr zurückhaltenden Holzausbau ab. Sicher gut strukturiert, aber nicht wirklich harmonisch. Die Interpretation von Elio Altare hat die Säure besser im Griff, der Wein ist eleganter und runder, macht mit seiner seidigen Textur einfach Spaß. Also ein klarer Sieg nach Punkten für den Barbera d’Alba von Elio Altare.

Beides sind keine großen Weine, aber zeigen sicher, was mit Barbera möglich ist. Es sind perfekte Begleiter zum kräftigen Essen, aber selbst dann könnte die wirklich sehr ordentliche Säure für den einen oder anderen einfach zu viel sein.

Gekauft bei 50 Second Finish
Elio Altare für 13,90 EUR, Domenico Clerico für 18,50 EUR

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