Chateau Phelan Segur St.Estephe 2009

Dieser zuverlässige St. Estephe hat uns schon bei der Vorstellung der “Union des Grands Crus” in Düsseldorf überzeugt. Ein guter Grund sich nochmal eine Flasche vorzuknöpfen, um ihn in aller Ruhe über mehrere Tage zu begutachten.

Ein Klassiker des Jahrgangs.

Meine erste Begegnung mit diesem Chateau hatte ich mit dem 90er Jahrgang, der mir in den Anfängen meiner Leidenschaft für Wein, auch im Vergleich mit den Grössen des Jahrgangs, sehr gut gefallen hat.

Danach habe ich mir über die Jahre immer mal wieder eine Flasche gekauft oder auf Proben verkostet und wurde von diesem Wein nie enttäuscht.

Ich finde, dass man hier, auch in schwächerern Jahrgängen, immer einen guten Stoff zu einem fairen Preis bekommt.

Beim 2009er ist der Preis nicht mehr ganz so moderat, dafür hat man einen der klassischsten Weine des Jahrgangs im Glas, auch weil auf einen überzogenen Faßausbau verzichtet wurde und der Phelan trotz 14% Alkohol eher schlank daherkommt.

In der Nase zeigt er sich schon jetzt sehr komplex und fein.

Dunkle, dezent süße und reife Fruchtnoten von Cassis, Himbeere und Blaubeere.

Schöne Zedrigkeit und Nussigkeit vom sehr gelungenen Barriqueausbau.

Auch typische würzige, erdige und steinige St.Estephe-Noten finden sich und schaffen in der Summe ein tiefgründiges und feines Duftbild.

Am Gaumen hat der Phelan Segur eine schöne Balance von extraktsüßer, reifer und zugleich kühler, wiederum dunkler Frucht. Er ist, wie schon im Duft angekündigt, ungemein mineralisch und mit ausreichend Säure für einen ausgezeichneten Trinkfluß versehen.

Die Tannine sind natürlich in diesem jungen Stadium sehr präsent, aber von ebenfalls ausgezeichneter Qualität und harmonisieren sich stark mit der Luft.

Seine eher schlanke Statur läßt viel Platz für seine Finessen und machen ihn aus meiner Sicht zu einem herausragenden, “leisen” Klassiker des Jahrgangs und zum besten Phelan, den ich bisher getrunken habe.

Sicher ist das kein Brecher, dafür ist alles an ihm wohldosiert, transparent und am rechten Platz. Das mag ich. Wer einen dicken Bordeaux sucht, ist hier schlicht und einfach falsch.

Der Phelan lässt sich im jetzigen Stadium, bei ausreichender Belüftung, mit großem Genuß trinken und hält sich, ohne signifikante Oxidation, locker eine Woche in der offenen Flasche, was auf eine sehr gute Lagerfähigkeit schließen lässt.

Alex hat sich ein Kistchen in den Keller gelegt. Es wird sich also nochmal Gelegenheit zum Verkosten ergeben, worauf ich mich schon freue.

In Deutschland ist er unter 30 € nicht mehr zu haben, die knapp 40 €, für die ich ihn gefunden habe, ist er aber absolut wert, auch und gerade wenn man das Preisgefüge des Jahrgangs betrachtet.

jetzt und mindestens 10 Jahre, wahrscheinlich länger, 39,95 ,- € bei c&d

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