Frederic Magnien Nuits Saint Georges Coeur de Roches 2010

Frederic Magnien führt ein relativ junges Négociant-Geschäft im Burgund und hat sich dabei an dem erfolgreichen Modell von Nicolas Potel orientiert. Auch er kauft nur Lesegut von biozertifizierten Winzern ein, berät sie und führt ab der Ernte den Ausbau der Weine selbst durch. Anders als Potel sind die Weine von Magnien jedoch fruchtbetont, konzentriert und eher modern geprägt, mit einem entsprechend hohem Neuholzanteil. Die Weine der Domaine Michel Magnien, seinem Vater, werden übrigens auch von Frederic ausgebaut, allerdings kommen die Trauben hier von den eigenen 14ha der Domaine. Die 2010er Weine haben laut Magnien selbst nicht das übliche Neuholzbad sondern nur 10% entsprechende Belegung gesehen.

F. Magniens Coeur de Roches ist eine Assemblage aus diversen Premier Cru Lagen

Da der 2009er Gevrey-Chambertin Les Seuvrées ganz lecker war, hatte ich keine Bedenken auch ein paar 2010er des Negociants zu kaufen. Der Coeur de Roches ist eine Assemblage aus den Nuits Premier Cru Lagen Bousselots, Pruliers und Vaucrains, natürlich zu 100% aus Pinot Noir.  Im Glas für einen Burgunder dunkel und dicht, ganz besonders für einen 2010er. In der Nase Würznoten, Kirsche, stellenweise auch etwas grasig und grün, rote Beeren, wirkt etwas unreif. Wird am zweiten Tag etwas feiner, rotbeeriger.

Am Gaumen mit jahrgangstypisch hoher Säure, maskulin, die Frucht wirkt im ersten Antrunk intensiv, stellt sich dann aber als hohl und undifferenziert heraus, rote Beeren, würzig, Pfeffer, mit einer gewissen Mineralität, im Abgang merkliches Tannin vom Holz, auch hier ein paar unreife grüne Noten. Das harmonisiert sich am zweiten Tag , der Wein wirkt dann etwas ehrlicher, die Frucht klarer und präziser, insgesamt runder. Aber das kristalline, präzise, der “magische Moment” den viele, auch kleine, 2010er Burgunder ins Glas zaubern, kann ich hier nicht finden. Das gilt insbesondere, da das Lesegut ja von Premier Cru Lagen stammen soll. Knappe 2 Punkte für das Potential, trinkt sich im Moment nur mit wenig Freude.

Nachverkostet Juli 2013: Hat sich mittlerweile etwas besser integriert, mit erster Extraktsüße und einem Hauch von Schmelz. Die Frucht steht jetzt im Vordergrund, aber immer noch  würzig und mit feiner Mineralität, hält lange nach. Dürfte sich in den nächsten 1-2 Jahren weiter verbessern, macht aber auch heute schon Spaß.

Gekauft für 22,90 EUR auf einer Foire aux Vins in Frankreich (Carrefour)
Online nicht gefunden, aber der Kölner Weinkeller hat diverse andere Weine von Magnien, darunter den wahrscheinlich besseren und sogar günstigeren 2009er Coeur de Roches

Trinkfenster 2013-2018

 

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