Castello dei Rampolla Chianti Classico 2006

Natürlich (und) unfiltriert – der Chianti Classico 2006 von Castello dei Rampolla ist eine Bank.

Marcos’ Artikel über den Fontodi Chianti Classico 2009 hat bei mir auch mal wieder die Lust auf einen richtig guten Sangiovese Wein geweckt. Das trifft auf den Castello dei Rampolla zwar nur mit Abstrichen zu, denn der biodynamisch angebaute Chianti Classico enthält auch immer einen kleinen Anteil Cabernet Sauvignon und Merlot, aber wir sind hier ja nicht bei Erbsenzählers. Außerdem besagt die Legende, dass die Edelreiser für den Cabernet seinerzeit von Château Lafite in die Toskana gebracht wurden. Wer will, wer kann da noch noch ruhigen Gewissens auf Sortenreinheit pochen…

2006 war ein großes  Jahr in der Toskana und entsprechend tritt der Castello dei Rampolla auf. Ist schon nach einer guten halben Stunde an der Luft voll da und zeigt sich auch am zweiten Tag praktisch unverändert. In der Nase ganz klassisch mit viel Sauerkirsche, Pflaume, roten Beeren, Cassis, Erde, Thymian, etwas Leder, Zeder mit einer Spur von Vanille, alles sehr klar und intensiv.

Am Gaumen mit schneidender Säure, tiefer, kirschiger Frucht mit angenehmer Extraktsüße, mineralisch, im Abgang immer noch dichtes, packendes Tannin, das sich fein und ewig lang hält, zeigt ersten Schmelz. Der Wein ist klar und präzise strukturiert, gleichzeitig seidig, dicht und druckvoll. Trotz allem – der Sangiovese-Jahrgang 2006 ist nichts für Schönwetter-Trinker, hier geht es richtig zur Sache. Man sollte Säure und Tannin also schon abkönnen.

Ein weiterer Beweis, dass große Weine auch für relativ kleines Geld zu haben sind. Trinkt sich heute schon gut und dürfte noch die nächsten 5-6 Jahre Spaß machen. 14% Alkohol. Wer es zugänglicher mag, sollte sich den 2007er Castello dei Rampolla anschauen – wenn er ihn denn noch wo findet.

Gekauft für 13,90 im Fachhandel / Trinkfenster jetzt – 2019
Online nicht mehr gefunden, aber den aktuellen Jahrgang 2009 gibt es für den gleichen Preis z.B. bei 50secondfinish.de

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