Chateau La Grolet Tete de Cuvee 2010

Ein bioydamischer Ausnahmewein: Klassisch und mit Lagerpotential

Vignobles Bossuet Hubert unterhält zwei eigene Weingüter, La Grolet und Peybonhomme. Beides sind biodynamische, demeter-zertifizierte Vorzeigeprojekte, so stehen z.B. von der 54ha auf La Grolet nur rund 38ha tatsächlich unter Reben, der Rest wird als natürlich-traditionelle Landschaft belassen, also auch Wälder, Feuchtgebiete mit kleinen Wasserläufen, größere Wiesenflächen. Die Weinberge liegen auf den teilweise terrasierten Abhängen des hügeligen Gebietes und sind stark fragmentiert, was der Vielschichtigkeit des Weines zu Gute kommt.

Die Tête de Cuvée des Château La Grolet 2010 ist der Prestigewein des Weingutes. Ich hatte den Basiswein des Château aus 2010 schon vor ein paar Wochen probiert, bin damit aber nicht so richtig klar gekommen. Der war am Anfang laktisch und floral, hatte später sehr viel dunkle, primäre Frucht und ein tolles Tannin, aber auch kaum Struktur. Für den ebenfalls biodynamisch an- und ausgebauten Prestigewein, über den wir hier sprechen, wird das Lesegut vorselektioniert, der Wein kommt als Erstbelegung in Barriques und das macht sich positiv bemerkbar. (nur 25hl/h Ertrag von 40 Jahre alten Reben, 85% Merlot, 15% Cabernet Sauvignon)

In der Nase wilde Kirschen, Cassis, vielschichtige und feine rote und schwarze Beeren, mineralisch, stellenweise auch floral, Schokolade, Röstaromen und Tabak. Am Gaumen mit packender Säure, leichtem bis mittlerem Körper, Kirsche, Pflaume, kristalline, rote Beeren, schöne mineralische Noten, kräftiges, aber superfeines Tannin, gut dosiertes Holz mit Schokolade und Röstaromen. Toller, animierender Trinkfluß, typische kristalline Vin-Naturel ähnliche Textur, gekonnter und wohldosierter Holzausbau.

Das ist klassischer Bordeaux mit nur 13% Alkohol und einem nahezu unglaublichem Preis/Leistungsverhältnis. Wir jammern alle immer, wie teuer und uniform Bordeaux doch geworden ist. Diesem Wein hier fehlt zwar das Prestige der große Namen, aber wen stört das wenn der Inhalt stimmt und nicht nur das, was auf dem Etikett steht?

Ich jedenfalls habe nachgekauft – und das kann ich euch auch nur empfehlen.

Gekauft für 11,90 bei Weinkosmos / Trinkfenster 2016 – 2024
(Unser Wein des Monats November 2012)

 

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