Chateau Puech-Haut St.Drezery Prestige Coteaux-du-Languedoc 2010

Modern und gut.

Den 2009er hatte ich letztes Jahr schon im Glas und habe ihn zum Weihnachtsfest empfohlen. Dem aktuellen Jahrgang 2010 wird nun dieselbe Ehre 🙂 zuteil.

Was den Puech-Haut 2010 auszeichnet: Er hat eine sehr aromatische Frucht und perfektes Tannin. Mit ausreichender Belüftung im Dekanter, oder über Nacht in der geöffneten Flasche, läßt er schon jetzt gut trinken, ich denke aber, daß er sich auch noch ein paar Jahre im Keller verbessern kann. Möglicherweise wird er sich im nächsten Jahr sogar nochmal verschließen. Von daher ist er auch ein schönes Geschenk für ambitionierte Weintrinker mit Lagermöglichkeit.

Was den 2010er gegenüber dem 2009er auszeichnet, ist seine, trotz aller Konzentration und Intensität, schlankere Linie und seine frischere Säure. Auch hat er eine ausgeprägtere Tanninstruktur als sein Vorgänger. Das ist durchaus vergleichbar mit Bordeaux, wo die 10er auch frischer und flüssiger, gleichzeitig aber im jugendlichen Stadium auch etwas fordernder daherkommen. Ich mag das und würde persönlich deshalb den 2010er Puech-Haut vorziehen, was aber reine Geschmacksfrage ist.

In der, je nach Belüftungszustand intensiv-ausladenden aber auch jugendlich-kompakten Nase, zeigt er eingekochte und frische Frucht- und Beerenaromen von Brombeere, Pflaume, Cassis und Himbeere. Auch etwas Teer, südliche Kräuter, Zeder und Oliventapenade. Ziemlich vielschichtige Sache.

Am Gaumen mit ordentlich Punch und schön trocken ausgebaut. Wieder pralle, eingekochte, aber auch frische Fruchtaromen. Kirsch, Brombeere, etwas Holunder, manchmal sogar Cranberrie. Säure und Tannin sind jugendlich-prägnant aber hochwertig und lassen nichts ins Breite abdriften. Vielmehr bleibt der Puech-Haut hinten raus erstaunlich pikant zurück. Die Länge ist sehr gut.

Das ist ein Wein aus traditionellen Rebsorten in modernem, internationalem Gewand. Dabei ist er aber überhaupt nicht banal und austauschbar. Er hält eine ausgezeichnete Balance zwische Wärme und Kühle und zwischen der süßen Fülle der Grenache und der pikanten Frische der Syrah. In einer Rhone-Probe würde er auch neben namhaften Gigondasweinen einen guten Stand haben.

Geht zum gehaltvollen Weinhnachtsbraten aber auch solo.

Der Wein ist wohl in grossen Cuves ausgebaut und nicht im Barrique. Aromatisch kann man das gut nachvollziehen, da er keine besonders ausgeprägten, röstigen oder süßwürzigen Aromen zeigt, aber sicher ein Holzfaß gesehen hat.

Ich habe den Wein über fast eine Woche verkostet. Er changiert stark, macht auf und zu, bleibt aber auch mit nur noch geringem Füllstand stabil. Könnte mir vorstellen, dass er sich richtig gut entwickelt. Es lohnt sich sicher ein paar Flaschen wegzulegen und die Entwicklung nachzuvollziehen. Zum weihnachtlichen Lamm oder Wildschwein, dürfte er aber auch dieses Weihnachten schon eine sehr gute Figur machen.

13,70 € bei weinbastion, jetzt und weitere 5-10 Jahre

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