Chateau Picque Caillou Rouge 1990

Diese Flasche gab es sozusagen als Zugabe bei einem größeren Auktionsposten und ist  völlig in Vergessenheit geraten. Ihr Pech, dass sie mir dann heute doch noch in die Hände gefallen ist…

Viel Extrakt, wenig Struktur: Der 1990er Picque Caillou war leider schon etwas über den Zenith.

Viel Extrakt, wenig Struktur: Der 1990er Picque Caillou war leider schon etwas über den Zenith.

Picque Caillou liegt im wahrsten Sinne direkt vor den Toren der Stadt Bordeaux, auf der anderen Seite grenzen die rund 21ha Rebfläche  an Haut-Brion und Pape Clément. Die urbane Stadtrandlage wirkt sich auch auf den Vegetationsverlauf aus, durch die ganz leicht höheren Temperaturen beginnt der Zyklus hier etwas früher, was in schwierigen Jahren, inbesondere auf einigen bevorzugten Plots mit Cabernet Sauvignon, von Vorteil sein kann.

Der 1990er Picque Caillou fließt mit einer immer noch dichten roten Farbe mit Mahagoni-Reflexen ins Glas, hellt sich am Rand deutlich auf. In der Nase zunächst leicht animalisch, mit etwas Luft zeigt sich dann ein feines Bouquet aus süßer Johannisbeere und Kirsche, Zeder, dem Pessac-typischen Sandelholz aber auch tertiären Noten wie Coca-Cola, Pilzen und feuchtem Waldboden.

Am Gaumen zwar sehr angenehm und weich, aber mit den typischen Problemen der meisten gereiften 1990er: es mangelt an Struktur. Die Säure zu niedrig, die extraktsüße Frucht dominiert. Richtig Spaß macht der Wein im Abgang, der superfeines, fast völlig aufgelöstes Tannin und Reifenoten mit Zeder und Sandelholz verbindet.

Immer noch völlig intakt, aber sicher schon über seinen Zenith hinaus. Trotzdem immer wieder erstaunlich, wie selbst ein kleiner Bordeaux aus einen hochreifen Jahr altern kann, das sind ja nun auch schon satte 23 Jahre.

Noch knappe zwei Punkte, jetzt austrinken!

2G

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