Mini-Vertikale Chateau Saint-Go Côtes de Saint Mont 2006, 2007 und 2008

Château Saint-Go ist eine der Marken des Genossenschafts-Konglomerats Plaimont Producteurs, das im französischen Sud-Ouest, also von Bergerac bis an die Pyrenäen, tätig ist und dort rund 5,300 Hektar unter Reben hat. Sud-Ouest, das sind neben den relativ bekannten Appellationen Madiran, Cahors und Gaillac auch tausende von Hektar in weniger bekannten Landstrichen wie Tursan, Côtes de Brulhois oder dem Kerngebiet von Plaimont und gleichzeitig dem Ursprung unseres heutigen Weines,  den Côtes de Saint-Mont.

The Go! Team anyone? Hat leider nichts mit den Weinen von Saint-Go zu tun...

The Go! Team anyone? Hat allerdings keinerlei Ähnlichkeiten mit den Weinen von Saint-Go…

Der Château Saint-Go ist eine Cuvée aus Tannat, Cabernet Sauvignon und der autochtonen Sorte Pinenc, die Reben stammen aus einem 46ha großen Gebiet. Es wird von Hand geerntet, traditionelle Vinifizierung, was hier wohl vor allem lange Maische-Standzeiten bedeuten dürfte, später dann Ausbau im Holzfass. Der Saint-Go ist kein Prestige-Wein, sondern im oberen Brot und Butter Segment der Genossenschaft angesiedelt und dürfte preislich hier in Deutschland knapp unter 10 Euro pro Flasche liegen.

Ähnlich wie die ebenfalls Tannat-basierten Weine aus dem Madiran sollen die Saint-Monts recht langlebig sein, weshalb wir jeweils ein Kistchen der Jahrgänge 2006 bis 2008 eingelagert haben, um unsere Neugier zu befriedigen und die Entwicklung über die Jahre zu verfolgen.

Der Château Saint-Go 2006 (g-gg) fließt wie alle drei Weine mit einem dunklen Rot ins Glas. In der Nase Kirsche, Walderdbeere, Schokolade, eine Idee von Minze, Cola, erdig, etwas Tabak und Zeder.  Im Antrunk leicht, klar und hell, ordentliche Säure, undifferenzierte Frucht, im Abgang mit feinem Schmelz, ganz zurückhaltender Cabernet-Würze und zwar schon merklich abgeschmolzenem, aber immer noch mundfüllendem und lang nachhaltendem Tannin. Ein rustikaler, leichter Trinkwein, der aber in sich durchaus stimmig ist, eine gewisse Tiefe zeigt und über die nächsten Tage weiter ausgebaut hat (13% Alkohol).

Château Saint-Go 2007 (ohne Bewertung) ist in der Nase eindeutig auf der fruchtigen Seite, fast schon eingekochte rote Beeren, Kirsche, etwas Vanille, leicht angestaubtes Holz, das legt sich allerdings nach einiger Zeit an der Luft. Am Gaumen mit etwas mehr Körper als der 2006, es fehlt aber an Substanz und Struktur. Fruchtig, süß, beinahe klebrig, wahrscheinlich chaptalisiert. Im Abgang mit grünem und unreifen Tannin. Am zweiten Tag bleiben nur noch Säure und Tannin. Ähnlich wie im benachbarten Bordeaux war 2007 auch im Sud-Ouest ein weniger gutes Jahr (13.5% Alkohol).

Der Château Saint-Go 2008 (g) braucht einige Zeit an der Luft. Fruchtig, anfangs leicht marmeladige Kirsche und Brombeere, der Alkohol scheint durch. Geht dann durch eine vegetabile Phase mit Menthol, Liebstöckel und Paprika, bis er sich harmonisiert. Am Gaumen dann eher unspektakulär, leichter Körper, rustikale, uncharmante Kirschfrucht, etwas staubiges und auch hier leicht unreifes Tannin. Wird am zweiten Tag besser, Pflaume und etwas Schokolade in der Nase, am Gaumen generöser und runder (13.5% Alkohol).

Gut, der 2007er ist ein wohl jahrgangsbedingt entschuldbarer Totalausfall, da wollen wir dann auch nicht weiter darauf herumhacken. 2006 und 2008 sind leichte, rustikale Weine mit einer Menge Säure und Tannin, die man am besten zum Essen auf den Tisch bringt.  Lagerfähig sind sie in jedem Fall, ob der Wein dadurch auch wirklich besser wird, sehen wir dann nächstes Jahr.

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