Enderle & Moll “Müller” 2011

Müller 2011

Müller 2011 von Enderle & Moll

Das ist mit Sicherheit der individuellste Müller-Thurgau, den ich bisher probiert habe. Wenn ich ehrlich bin, mache ich um diese Sorte auch eher einen Bogen. Vorurteile müssen schließlich gepflegt werden.

Jetzt bin ich aber froh bei einer befreundeten Weinhändlerin auf den trinkfreudigen Müller gestoßen zu sein.

Er stammt von zwei eigensinnigen Weinmachern aus Baden, deren Spätburgunder, die sie selbstbewusst und in Anlehnung an die französischen Vorbilder Pinot Noir nennen, seit dem ersten Jahrgang in 2007 schon für Furore gesorgt haben. Die Qualität der Pinots des Hauses konnte ich selbst schon bei verschiedenen Gelegenheiten genießend nachvollziehen.

Ebenso eigenständig, wie die Roten von Sven Enderle und Florian Moll ist (wie gesagt) auch ihr spontanvergorener Müller-Thurgau. Alle Weine werden auf diesem kleinen Weingut naturnah, teilweise mit biodynamischen Methoden kultiviert und ausgebaut und auch möglichst niedrig geschwefelt. Diesen schonenden Umgang mit den Weinbergen und den Trauben im Keller kann man schon bei diesem kleinen Sommerspaßtropfen nachempfinden.

Nach der Öffnung im Duft mit rauchigen Vergärungsnoten, die mit etwas Luft zurückgehen. Die Frucht changiert und zeigt neben saftigem gelben Apfel, Limone und Aprikose auch Holunderblüte und mit mehr Belüftung sogar Cassis. Auch wenn es sich so anhören mag, ist das alles nicht vordergründig, fruchtbetont vorgetragen, sondern dezent inszeniert und wird von feinen vegetabilen, kräutrigen Noten eingerahmt.

Für einen leichten Sommerwein ist das schon ganz schön komplex, was man hier erschnuppern kann.

Am Gaumen löst der Müller bei mir dann echtes Entzücken aus, weil er sich einfach richtig gut trinkt und mit seiner erfrischenden Art und seiner Saftigkeit, die wieder an gelben Apfel erinnnert, in Kombination mit fein-bitterer Zestenaromatik einen anregenden aromatischen Bogen spannt, der Lust auf den nächsten Schluck macht.

Dabei ist er sehr bekömmlich Die Säure ist da, reif und eingebunden und eine gut gesetzte Mini-Süße trägt die Aromen, klebt aber überhaupt nicht am Gaumen.

Nur 11,5 % Alkohol schaffen weitere Leichtigkeit.

Der “Müller” bietet puren, schlanken und animierenden Trinkspaß für kleines Geld.

Rubrik: Ansprechend, anspruchsvoller Sommerwein für Jedermann.

Spannend sind seine kleinen aromatischen Veränderungen, die der er an der Luft durchläuft.

Wenn man sich darüber keine Gedanken machen will, kann man ihn auch einfach nur wegtrinken, am besten gut gekühlt.

jetzt und 1 Jahr, aber lieber jetzt, 7,00 € bei La Vincaillerie, Köln

3G

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0 Antworten auf Enderle & Moll “Müller” 2011

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