Weingut Jakob Schneider “Grauschiefer” Riesling trocken 2012

Terroir für richtig kleines Geld.

Terroir für richtig kleines Geld.

Neben den Betrieben des VDP und deren Weinen ist die Nahe für mich zugegebenermaßen immer noch ein eher dunkler Fleck auf meiner Erfahrungslandkarte, obwohl ich ja ein ausgewiesener Liebhaber des Riesling bin, der hier eine große Rolle spielt.

Dem gilt es Abhilfe zu schaffen, schließlich ähneln die Rieslinge von hier auch meinen Lieblingen von der Mosel, was Transparenz und Leichtigkeit, sowie Mineralität angeht, wie sonst in keinem anderen deutschen Weinbaugebiet, gerade wenn sie wie der Grauschiefer von einem recht vergleichbaren Boden stammen.

 

Auf die Weine des 20 ha großen Familienweingutes Jakob Schneider bin ich per Zufall gestoßen, um im Anschluß an die Verkostung fest zu stellen, daß das Gut auch einschlägigen Weinführern nicht unentdeckt gelieben ist.

Und das zu Recht.

Der Grauschiefer 2012 ist der preisliche Einstieg ins Portfolio. Er stammt aus zwei verschiedenen Lagen um Niederhausen und wird zum Teil in den herkunftstypischen Stückfässern und zum anderen in Stahltanks vergoren. Teilweise geschieht die Vergärung spontan, sie erfolgt temperaturkontrolliert, aber nie zu kalt. So kann man hier durchaus von einem klassischen Nahe-Riesling sprechen.

Im Glas versprüht er typischen Sortenduft: Gelber und grüner Apfel, Pfirsisch und Quitte. Mineral kann man zwar nicht riechen, die Feuersteinnote ist dann wohl eine Einbildung meinerseits, aber definitiv während meiner mehrtägigen Verkostung eine Konstante :-).

Am Gaumen ist der Grauschiefer schlank, mit straffer, animierender Säure, glasklarer Frucht und feiner Salzigkeit. Leichte Bitternoten unterstützen die Strukur. Hat viel zischende Zitrus hinten raus.

Bei einem Restzucker von 5,5 g und 12,5 % Alkohol zeigt er feinen, süßen Schmelz, wird in seiner Struktur aber-wie gesagt- eindeutig von Leichtigkeit und Frische bestimmt.

Auf jeden Fall kein Wein für Säureweicheier und deshalb vielleicht auch mehr ein Essensbegleiter und Aperitif denn ein Solokünstler.

Auf jeden Fall ein astreiner, blitzsauberer, knackiger Riesling für kleines Geld.

Wer etwas mehr anlegen und einen Schritt nach oben im Sortiment machen möchte, dem würde ich den 12er Riesling aus der berühmten Niederhäuser Hermannshöhle ans Herz legen, der für deutlich unter 10 € ab Weingut erhältlich ist.

jetzt und weitere 3 Jahre, 6,20 € ab Hof, www.schneider-wein.de

2G

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