Château de Monthelie – Monthelie Villages 2009 und Premier Cru Le Clou des Chênes 2009

Zwei wirklich schöne Burgunder aus der eher unterrepräsentierten Appellation Monthelie.

Zwei wirklich schöne Burgunder aus der eher unterrepräsentierten Appellation Monthelie.

Im Herzen der Côte de Beaune liegt die mit knapp 120 ha Rebbestand recht übersichtliche und eher unterrepräsentierte Appellation Monthelie, die im Nordosten an Volnay und im Südosten an das Weißwein-Gebiet von Meursault grenzt. Es gibt hier keine Grand Crus, aber mittlerweile immerhin 15 Premiers.

Die besseren Weine aus Monthelie sind, soweit man das Pauschalisieren kann, verwandt mit den femininen, eleganten Volnays, allerdings etwas rustikaler und einfacher gestrickt. Das verwundert wenig, die meisten Premier Crus sind geologisch betrachtet eine Fortsetzung der Volnay-Lage Clos des Chênes und liegen östlich des Dorfes. Einzig die Lagen Les Duresses und Les Clous liegen im Westen Richtung Auxey-Duresses. Dort sind die Bodenbeschaffenheiten anders, was sich auch in den Weinen ausdrückt.

Eric de Suremain arbeitet auf seinem Château de Monthelie schon seit 1996 biodynamisch, gehört also zu den Pionieren in der Region.

Chateau de Monthelie - Monthelie Villages 2009

Chateau de Monthelie – Monthelie Villages 2009

Sein Monthelie Villages 2009 (gg+, jetzt – 2018) wird aus Gemeindelagen und mit einem nicht unwesentlichen Anteil aus Premier Cru Plots an der Grenze zu Volnay gekeltert.

In der Nase très Bourgogne, klassisch, floral, Veilchen, Pfeffer, Himbeere, Kirsche, später auch Walderdbeeren. Wohltuende Abwesenheit von Neuholz, jahrgangstypisch dicht aber mit der typischen Brillianz und Klarheit eines biodynamisch angebauten Weines.

Das setzt sich am Gaumen fort, gute Säure, dichtes, schmeichelndes Extrakt, sehr fruchtbetont, Kirsche, Himbeere, Pinot-Würze, wenig, aber dafür sehr feines Tannin, hält nach. Insgesamt harmonisch und rund mit einem tollen Trinkfluß für einen Wein dieser Klasse, nur an der Struktur mangelt es etwas. Im Moment noch ein bisschen viel Babyspeck für meinen Geschmack, dürfte er in den nächsten Jahren an Präzision und eventuell auch ein wenig an Vielschichtigkeit gewinnen.  Was im Umkehrschluss bedeutet, dass der Wein im momentanen Stadium auch den Weintrinkern Freude bereiten dürfte, denen Pinots sonst zu anstrengend sind.

Das Premier Cru Le Clou des Chênes 2009 (ggg, jetzt – 2022), übrigens in direkt Nachbarschaft zu Clos des Chênes, zeigt sich ernsthafter und braucht einige Stunden an der Luft. Kirsche, feine, süße Walderdbeere, floral, zurückhaltende Würznoten, lehmige Erde.

Am Gaumen mit fester Struktur, viel Kirsche und Walderdbeeren, die den Mund auskleiden, das fraglose vorhandene Extrakt ist hier viel besser integriert. Subtile Würze, auch eine fast schon schwere Erdigkeit, merkliches Tannin, das schon einen ersten Schmelz andeutet. Insgesamt ausgewogener, strukturierter, aromatisch intensiver und mit deutlich mehr Druck ausgestattet. Der Wein ist zwar weniger zugänglich, eher eine Mischung aus Volnay und Pommard, dürfte aber über die nächsten 5-8 Jahre im Keller weiter zulegen und hat durchaus Potential.

Beide Weine sind empfehlenswert, wobei der Clou des Chênes seinen Aufpreis zur einfachen Villages Abfüllung mehr als wert ist. Es sind für ihren Preis sehr gute Burgunder, die in vergleichbarer Qualität aus einer bekannteren Gemeinde problemlos ein Vielfaches kosten. Da verzichten wir doch gerne auf die großen Namen…

Beide gekauft bei weinkosmos.de
Monthelie Villages 2009 für 19,90 EUR,
Monthelie Premier Cru Le Clou des Chênes 2009 für 26,90 EUR

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2 Antworten auf Château de Monthelie – Monthelie Villages 2009 und Premier Cru Le Clou des Chênes 2009

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