Bodega Y Vinedos Akilia “K” D.O. Bierzo weiß 2011

2013-08-05-11-34-49-641

Der Wein

Dieser Weißwein vom kleinen, jungen Weingut Akilia ist etwas Besonderes und das, obwohl der verantwortliche Winzer Mario Rovira eigentlich nichts Außergewöhnliches machen möchte, außer dem ursprünglichen, traditionellen Wein der Region Bierzo wieder einen Platz zu geben.

Der gebürtige Barceloner kam Ende 2010 nach Ausbildung und Lehrjahren im Ausland (zuletzt bei Chateau La Fleur-Petrus) ins Bierzo, wo er nach ausgedehnter Suche nach dem passenden Ort in Spanien für sein eigenes Weinschaffen, dort alte Weinberge auf einzigartigem Terroir gefunden hat, von denen er mit dem Jahrgang 2011 seine ersten eigenen Weine gefüllt hat.

Der K stammt von zwei alten, insgesamt 0,5 Hektar große Parzellen in der Nähe von Ponserrada, die er auf Vordermann gebracht hat und die mit den weißen Sorten Palomino Fino, die auch aus der Sherryproduktion bekannt ist, und Doña Blanca, einer autochthonen Rebsorte der Region Bierzo und der benachbarten galizischen Anbaugebieten, bestockt sind.

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Der Weinberg

Auf anderen Parzellen steht die traditionelle Rotweinsorte des Bierzo, Mencia, aus der er zwei Rotweine produziert, u.a. den Lagenwein Chano Villar, der mir bei einer Verkostung, als ebenso spannend und individuell, wie der weiße K in Erinnerung geblieben ist.

Insgesamt bewirtschaftet Mario Rovira 3 ha Weinberge in Höhenlagen zwischen 600-800 m, die alle durch Schiefer- und Quarzitböden geprägt sind.

Auf den Einsatz von Pestiziden und Herbiziden verzichtet er ganz, die Bewirtschaftung der Weinberge und die Arbeit im Keller verrichtet er unter biodynamischen Aspekten.

Die Weine werden alle spontan vergoren, es werden keine Additive zugesetzt, geschwefelt und gefiltert wird nur bei Bedarf und wenn, dann nur gering.

Der Ausbau des K erfolgt über ca. 7 Monate auf der Feinhefe im nur teilweise neuen französischen 228-Liter-Faß.

Doch nun zum Wein.

Der ist ungewöhnlich und herausfordernd, dabei zugleich zurückhaltend und feingliedrig.

Er zeigt eine feine und komplexe Duftansprache, mit rauchigen Vergärungsnoten, Feuerstein, feinen Zitrusaromen, weißem Pfirsisch, Holunderblüte und frischer Haselnuß, unterlegt von dezenten, nur unterstützend in Erscheinung tretenden Holzaromen.

Am Gaumen ist er griffig, mit lebendigem, zitrusfrischem Säurenerv und feinem aber zugleich dichtem Schmelz. Er präsentiert sich schlank und fokussiert, dabei salzig, knalletrocken und mit feinem Bitter-Sauer-Spiel im Abgang.

Mit seiner hefigen, eher unspektakulären Art ist er ein wahrer Anti-Blockbuster mit zugleich rohem und doch hintergründig ausgeprägt filigranem Charakter.

Seine Rebsatzverwandschaft läßt aromatische Assoziationen zum Fino-Sherry zu.

Daß er nicht gefiltert ist, zeigt sich deutlich gegen Ende der Flasche, wo er leicht milchig ins Glas fließt.

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Der Winzer

Der K ist in seinem ersten Jahrgang vielleicht noch kein großer Wein, er zeigt aber potenzielle Ansätze dazu und ist seinen Preis wert.

Sicher ist er nicht für Jedermann geeignet, denn man sollte etwas Experimentierfreude mitbringen, um sich Zugang zu diesem Weißen zu verschaffen, der dem Genießenden nicht primärfruchtig aus dem Glas entgegen springt, sondern von diesem in nicht geringem Maße erobert werden will.

Zu leichten Fischgerichten ist er ein sehr guter Begleiter. Ich hatte ihn zu einem gebratenen Filet vom Barsch und fand ihn äußerst passend und mit tollen Feinheiten.

Ich bin sehr neugierig zu beobachten, wie sich das Projekt und die Weine von Winzer Mario Rovira weiter entwickeln werden.

Hier könnte etwas Einzigartiges heranwachsen, das in ein paar Jahren in aller Munde sein wird.

Trinktemperatur zwischen 9-12°C, 12 % Alkohol, ca. 70% Palomino Fino, 30% Doña Blanca, jetzt und 3 Jahre, vielleicht auch länger

24,80 € bei Ravenborg Pan y Vino

3G

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