Domaine de la Vougeraie Les Pierres Blanches Rouge Côte de Beaune 2009

Braucht Geduld: Domaine de la Vougeraie Côte de Beaune Les Pierres Blanches 2009

Braucht Geduld: Domaine de la Vougeraie Côte de Beaune Les Pierres Blanches 2009

Die Domaine de la Vougeraie ist kein historisch gewachsenes Weingut mit langer Tradition, sondern ein Kunstprodukt der Boisset-Familie, die  1999 rund 35ha ihrer besten Lagen in ganz Burgund unter diesem Namen zusammengefasst hat. Es ist also weniger ein klassisches Weingut als vielmehr die Abteilung Boutique-Weine des drittgrößten Weinkonzerns weltweit.

Die Boisset-Gruppe macht deutlich über 250 Millionen Euro Umsatz im Jahr, überwiegend mit, nennen wir es mal wohlwollend massenmarktkompatiblen Weinen, nicht nur aus Burgund sondern aus ganz Frankreich und den USA (Boisset Family Estates). Bei der Domaine de la Vougeraie hat man von Beginn an kompromisslos auf Qualität gesetzt, seit 2001 wird dort biodynamisch gearbeitet. Mit mittlerweile 37 zertifizierten Hektar unter Reben ist die Domaine de la Vougeraie damit der größte Produzent biodynamischer Weine im Burgund.

Les Pierres Blanches beschreibt nur den kalkhaltigen, steinigen Boden des Montagne, einer Hügelformation direkt in der Gemeinde Beaune. Die Lage dort heißt Côte de Beaune, nicht zu verwechseln mit den Appellationsbezeichnungen Côte de Beaune Villages oder gar Hautes Côtes de Beaune. Und da sage nochmal einer, deutsche Weinetiketten wären verwirrend…

Der Wein selbst kommt 16 Monate in Fässer aus Allier Eiche, davon 30% Erstbelegung. Entsprechend in der Nase zunächst noch stark vom Holz dominiert, ätherische Noten, rauchig, Kirsche, süße Himbeere, wenig subtil, dafür aber sehr intensiv. Am Gaumen dicht und stoffig für einen Pinot Noir, gut strukturiert, sehr extraktreich, runder Fruchtkern, vor allem Kirsche, mineralische Anklänge, im Abgang süße Würze und feines Tannin vom Holz.

Am ersten Tag noch verschlossen und etwas ruppig, entwickelt er sich über mehrere Tage, wird runder, weicher und auch duftiger mit Veilchen und Flieder. Am Gaumen zwar immer noch mit Druck und Substanz, zeigt er sich jetzt von seiner femininen Seite. Die Frucht deutet eine gewisse Vielschichtigkeit an, seidige Textur, Tannin und Holz haben sich gut integriert, der Wein bleibt dabei immer saftig und frisch.

Der Pierres Blanches ist weniger pur und transparent als z.B die Monthelies von Suremain und wirkt im direkten Vergleich etwas gemacht. Das allerdings auf hohem Niveau und perfekt ausbalanciert. Ein typischer 2009er, der aber erst nach 4-5 Jahren im Keller aufblühen wird. Wer die Zeit mitbringt, bekommt hier einen sehr guten Wein zu einem angemessenen Preis.

Gekauft für 23,90 EUR bei weinkosmos.de / Trinkfenster 2017-2021

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