Burgunderprobe: Lafarge Volnay 2006, Bertagna Vougeot Premier Cru Clos de la Perriere 2008, Nicolas Potel Gevrey-Chambertin Premier Cru Les Champeaux 2006, Paul Schumacher Marienthaler Trotzenberg 2009, Henrik Möbitz Ölberg 2009

Jede Menge guter Stoff: Burgunder von Lafarge, Bertagna, Potel, Möbitz und Schumacher.

Jede Menge guter Stoff: Burgunder von Lafarge, Bertagna, Potel, Möbitz und Schumacher.

Über das Thema unserer jüngsten Probe mussten wir nicht lange nachdenken – Burgunder sollten es sein. Das Feld war bunt gemischt, mit Lafarge und Bertagna hatten wir zwei große Domaines am Start, Nicolas Potel hatte uns bisher auch selten enttäuscht. Als Ergänzung dazu gab es mit Henrik Möbitz und Paul Schumacher zwei deutsche Spätburgunder, die sehr burgundisch daherkommen.

Der Nicolas Potel Gevery-Chambertin Premier Cru Les Champeaux 2006 (gg-, austrinken) war leider der mit Abstand schwächste Wein der Probe. Schon sehr weit entwickelt, das konnte man auch sehen. Rustikal und etwas unreif,  grünes Tannin, die rotbeerige Frucht schon arg gezehrt. Kann man zwar trinken, hat uns aber nicht wirklich glücklich gemacht.

Eher noch zu jung war der Domaine Bertagna Vougeot Premier Cru Clos de la Perriere 2008 (ggg, jetzt bis 2018).  Modern ausgebaut mit viel neuem, ätherischem Holz, Waldbeeren, Kirsche ,Cassis, Waldboden. Auch am Gaumen moderner Stil, für den Jahrgang dichte Frucht, trotzdem elegant und rund. Wird dann am zweiten Tag zugänglicher, fast schon opulent und mit feinem Schmelz. Unbedingt vorher dekantieren, dann geht’s auch schon heute und noch mindestens 5 Jahre.

Für uns der Wein der Probe war der Domaine Lafarge Volnay Villages 2006 (ggg+, jetzt – 2020). Das war schon ziemlich großes Burgunder-Kino. Anfangs auch noch verschlossen und abweisend, blühte er nach einer guten Stunde im Dekanter geradezu auf. Eine genial vielschichtige und feinduftige Nase mit generöser Süße, die ständig changiert und frei von jeglichem störenden Holzparfum ist. Pur und filigran im Ausdruck wie man es leider auch im Burgund nur noch viel zu selten findet. Am Gaumen dann einfacher strukturiert, schöne Säure, feine rotbeerige Frucht, im Abgang immer noch sehr kräftiges Tannin. Ein Volnay wie er im Buche steht.

Die beiden deutschen Spätburgunder konnten sich gut gegen die starke Konkurrenz behaupten. Der Pinot Noir Ölberg 2009 von Henrik Möbitz (ggg, 2015-2020) bestätigte unseren guten Eindruck vom vorigen Monat. Feine rote Frucht, Cassis, Pinot-Würze  und dezentes, süßes Holz. Am Gaumen saftig und kraftvoll mit erstem süßen Schmelz, aber immer noch verschlossen. Dürfte in 2-3 Jahren echte Größe zeigen.

Enigmatisch der Paul Schumacher Marienthaler Trotzenberg 2009 (ggg, 2017+) von der Ahr. Der Wein changiert stark und verschließt sich dabei immer wieder, sollte dringend noch einige Jahre im Keller verbleiben. Ein kantiger Typ, runder, druckvoller Gaumen mit gutem Säurenerv, im Moment noch verhaltener Frucht, erdig, Bitterschokolade, Lakritze und pikantes Tannin. Das Holz ist vielleicht nicht ganz optimal für diesen Jahrgang gewählt, aber alles in allem ein Wein mit großem Potential.

Unbedingt empfehlen möchten wir den Domaine Lafarge Volnay Villages. Das ist der feine, pure und unverfälschte Ausdruck Burgunds, unverwechselbar Volnay, Pinot Noir wie er sein sollte. Den 2006er haben wir für 39,90 EUR beim Kölner Weinkeller gekauft, wer noch mehr Geduld mitbringt, sollte sich den 2009er für den gleichen Preis weglegen.

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