Was die letzten Wochen den Weg ins Glas fand…Teil 1

Es ist ja nicht so, das wir in den vergangenen Wochen keinen Wein getrunken hätten. Ganz im Gegenteil. Weihnachten, Neujahr, dann eine wirklich fette Probe im Januar. Allein, es fehlte uns an der Zeit, das Alles in angemessener Form zu Papier zu bringen. Deshalb jetzt  im Schnelldurchlauf und ohne besondere Reihenfolge ein kurzer Rückblick auf die bemerkenswerteren Weine, die in den letzten Wochen den Weg in unsere Gläser gefunden haben.

Ampeleia 2010 und Marques de Riscal Reserva 1994

Ampeleia 2010 und Marques de Riscal Reserva 1994

Noch erstaunlich lebendig war die  Marques de Riscal Reserva 1994 (ggg-), wahrscheinlich dem großen Jahrgang geschuldet. Kirsche, Leder, feuchter Waldboden, am Gaumen zwar schon etwas mürbe aber immer noch  dicht, nur noch ganz feines, minimal vanilliges Tannin.

Typisch Paulliac der Pontet Canet 1990 (ggg) mit schwarzen Beeren, Bleistiftspitze, Zeder, Cigarbox, Eisen,  und Waldboden. Am Gaumen reif und etwas diffus, dunkle Frucht, reichlich Extrakt, das Tannin fast vollständig aufgelöst.

Pontet Canet 1990, Leoville Barton 2001, Tour Carnet 2006

Pontet Canet 1990, Leoville Barton 2001, Tour Carnet 2006

Nicht so richtig singen wollte der Leoville Barton 2001 (gg-ggg). Blieb auch nach ausgiebiger Belüftung sehr verschlossen und reduktiv, zeigt aber alle Anlagen eines feinen, klassischen Bordeaux. Mindestens noch 3-4 Jahre im Keller lassen.

Etwas mehr versprochen hatte ich mir von La Tour Carnet 2005 (gg+) und 2006 (gg). Beide Weine noch jugendlich und ohne jedes Zeichen von Müdigkeit, aber auch beide im Moment trotz rund 50% Cabernet Sauvignon Anteil sehr zugängliche, einfach strukturierte, wenig aufregende Merlot-Schmeichler. Der 2005er ist aromatisch dichter und hat das bessere Tannin, 2006 fällt da aber nur im direkten Vergleich etwas ab. Beiden sollte man auch noch etwas Ruhe im Keller gönnen.

Auf vergleichbarem Niveau bewegt sich Rollan de By 2005 (gg+), ein satter, kirschiger, etwas erdiger Médoc mit großartigem, leicht schokoladigem Tannin.

Stark und mit großer Zukunft der Ampeleia 2010 (ggg-gggg) mit einem für einen Super Tuscan ungewöhnlicher Blend von Cabernet Franc, Sangiovese und kleineren Teilen Carignan, Grenache und Mourvèdre. Nicht aus dem toskanischen Kerngebiet, sondern aus der Maremma. Im Moment fast überwältigend intensiv, deutet er neben der betörenden Frucht, aromatischen Dichte und dem seidigen Tannin schon Feinheit, Mineralität, Würze und Struktur eines großen Weines an. Mir ist das im Moment zuviel des Guten, aber hier sollte man sich vielleicht ein paar Flaschen weglegen und in 8-10 Jahren sehen, wie sie sich entwickelt haben. Eine echte Empfehlung für rund 26,00 EUR z.B. beim Kölner Weinkeller oder Pinard de Picard.

Demnächst geht es dann weiter mit den Roten aus einer bemerkenswerten Probe, die in jeder Hinsicht einiges zu bieten hatte.

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0 Antworten auf Was die letzten Wochen den Weg ins Glas fand…Teil 1

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