Fontodi Chianti Classico 2010

Regelmäßig und nahezu alle Jahre wieder findet der einfache Chianti Classico von Fontodi den Weg auf unser kleines Blog. Zum einen, weil er traditionell ausgebaut wird und wir ihn wirklich gerne trinken. Zum anderen, weil er aus biologischem Anbau stammt und so immer ein recht ungeschminkter Indikator für die Stärken und Schwächen des Jahrgangs in der Toskana ist.

Fontodi Chianti Classico 2010

Fontodi Chianti Classico 2010

Die Weinberge von Fontodi liegen überwiegend in der Conca d’Oro, lose übersetzt mit Goldmulde, einem amphitheaterähnlichen Areal im Süden von Panzano, sozusagen dem Herzstück des Chianti Classico Gebietes. Warum Goldmulde, wenn doch alles voller grüner Weinberge ist? Historisch wurde hier bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts nahezu ausschließlich Weizen angebaut, dem das Gebiet seinen Namen zu verdanken hat.

Aber zurück zum Wein, der schon einen Tag im Dekanter verbracht hat. In der Nase immer noch sehr zurückhaltend und reduktiv, Kirsche, hochfeine Walderdbeeren, Tabak, Leder, leicht staubiges Holz, später auch florale Noten, Veilchen.

Die stramme Säure hat sich noch nicht richtig integriert und dominiert den Wein, der sich aber ansonsten aromatisch dicht und und mit fester Struktur zeigt. Die Frucht wie immer bei Fontodi kristallklar und präzise. Sauerkirsche, rote Beeren, leicht mineralische Noten, seidiges aber prägnantes Tannin.

Erinnert mich an den jungen 2006er, der sich in seiner Jugend ähnlich gezeigt hat. Dabei hat der 2010er von allem etwas mehr, ähnlich strukturiert, weniger rustikal, etwas feiner und präziser. Wobei das Nuancen sind, der Fontodi bleibt ein echter Old School Chianti mit Ecken und Kanten, kein weichgespülter Charmebolzen.

Macht im Moment keine Freude, dürfte aber geduldiges Warten belohnen. Ich werde frühestens 2017 die nächste Flasche köpfen. Deshalb drei Punkte für die vielversprechende Zukunft.

Gekauft für 15,90 EUR bei 50second-finish.de / ab 2017

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